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Schwerin Kaninchenwerder : Hafen auf der Insel wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt will nächstes Jahr den Anleger auf Kaninchenwerder erneuern, muss aber noch das Urteil des Verwaltungsgerichts abwarten

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erstellt am 26.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Die Zukunft der Insel Kaninchenwerder bewegt viele Schweriner. Als der Ortsbeirat Zippendorf in dieser Woche das Thema auf die Tagesordnung setzte, war die Aufmerksamkeit groß. Und entsprechend vehement wurde dem Wunsch Nachdruck verliehen, dass die Stadt mehr für die touristische Entwicklung der Insel tun müsse.

Doch das ist nicht so einfach, weiß Baudezernent Bernd Nottebaum. „Kaninchenwerder ist Naturschutzgebiet und liegt im FFH-Schutzgebiet Schweriner See. Entsprechend sensibel sind alle Veränderungen.“ Wie schwierig darüber zu verhandeln ist, zeige das Beispiel mit den Liegezonen, bei denen Stadt und Land gerade einen Kompromiss mit dem Bundesverkehrsministerium suchen.

Ungeachtet dessen plant die Stadt seit längerem die Sanierung des Inselhafens. „Wir würden gern im zeitigen Frühjahr loslegen. Doch wir müssen noch ein Urteil des Verwaltungsgerichts abwarten“, sagt Ilka Wilczek, Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Der BUND hatte gegen den geplanten Schlossbuchtanleger geklagt und Kaninchenwerder ist Bestandteil des Streitfalls.

Wilczek rechnet noch in diesem Jahr mit einem Urteil. „Wenn die Entscheidung des Gerichts gefallen ist, können wir in die Genehmigungsplanung gehen und dann das Ausschreibungsverfahren starten. Baubeginn könnte dann im zeitigen Frühjahr sein, so dass wir hoffentlich vor der Brutzeit fertig sind“, skizziert die SDS-Chefin den Zeitplan.

Konkret geht es bei der Sanierung des alten Hafens um die Erneuerung der Uferbefestigung des Hafenbeckens, die Verlegung des Anlegers für die Weiße Flotte um etwa 30 Meter nach Norden auf die andere Landzunge und den Bau eines Sportbootanlegers anstelle des alten Steges. „Insgesamt sind dafür rund 1,1 Millionen Euro geplant“, sagt Wilczek. Die Anzahl der Liegeplätze für Sportboote – derzeit sind 40 möglich – werde nicht erhöht.

Allerdings hängt die Attraktivität der Insel als Ausflugsziel noch von weiteren Faktoren ab. So wünschen sich viele Schweriner eine höhere Anlauffrequenz der Weißen Flotte. Doch das rechne sich derzeit nicht, hält Christian Getz entgegen. Die Zahl der Passagiere, die nach Kaninchenwerder wollen, sei mit Ausnahme des Inselfestes der Stadtwerke sehr gering.

Das geringe Besucherinteresse hat verschiedene Ursachen. So gibt es immer wieder Klagen über die Gastronomie, die keine verlässlichen Öffnungszeiten habe und auch die Gastfreundlichkeit lasse zu wünschen übrig. Und der Blick vom Aussichtsturm ist mittlerweile durch Baumkronen versperrt. Doch ob dort wieder Sichtachsen angelegt werden können, hängt ganz wesentlich vom Naturschutz ab.

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