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Essen aus der Region : Hähnchenbrust-Filet aus der Lewitz

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lübesser Landwirtschaftsbetrieb mästet in einem Durchgang bis zu 300 000 Junghühner in Ställen bei Mirow

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Das Grillhähnchen vom Bratstand um die Ecke stammt nur selten aus der Mirower Geflügel-Mastanlage der Lübesser Agrarproduktgesellschaft. „Dann schon eher das Grillfleisch, das Hähnchenbrust-Filet oder die Hühnerkeule aus dem Kühlregal im Supermarkt“, erzählt Gerd Göldnitz, Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes. „Wir legen den Schwerpunkt auf Schwermast-Hähnchen. Die liefern Qualitätsfleisch, das in Gastronomie und Handel gefragt ist.“ 2,6 bis 2,7 Kilogramm wiegt solch ein schlachtreifes Tier – im Alter von sechs Wochen.

Damit in dieser kurzen Zeit aus einem Eintagsküken ein ausgewachsenes Hähnchen wird, muss alles optimal laufen. Und da knapp 300 000 Tiere siebenmal im Jahr zeitgleich in den acht Ställen der Mirower Geflügelmast-Anlage eingestallt werden, ist in Sachen Sicherheit und Tiergesundheit höchste Aufmerksamkeit nötig. Deshalb kommt kein Fremder so leicht in die Ställe rein. „Das ist ganz einfach eine Frage der Hygiene“, betont Göldnitz. Schließlich müssen die knapp 300 000 Tiere in den acht Ställen geschützt werden – vor Krankheiten und auch vor Unruhe. Die Lübesser Landwirte haben aber kein Problem damit, Gäste einen Blick in ihre Ställe werfen zu lassen: Ein großes Schaufenster wurde extra eingebaut, so können Besucher aus einem abgedunkelten Vorraum den Hähnchen beim Saufen und Fressen zuschauen. „Wasser und Futter stehen den Tieren ständig zur Verfügung“, betont Göldnitz. Ebenso wichtig sind aber Ruhe und Frischluft im Stall. Schließlich sollen die Tiere so schnell wie möglich wachsen und zunehmen.

Ein ganz entscheidender Punkt dabei ist natürlich das Futter. Das kaufen die Landwirte bei einem Spezialunternehmen, das wiederum auch die Vermarktung des Fleisches übernimmt. „Das passt. Denn es ist unser gemeinsames Interesse, den Kunden gesundes Qualitätsfleisch zu liefern“, hebt der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes hervor. Das gelte auch für alle anderen Partner, die Teil der Kette bei der Hähnchenmast sind. Göldnitz nennt die Legehennen-Betriebe, die Bruteier liefern. Dazu gehört die Agp Lübesse übrigens selbst, einen solchen Stall betreibt der Landwirtschaftsbetrieb bei Wittenburg. „Das heißt aber nicht, dass nur Küken aus unseren Eiern in den Mirower Ställen aufgezogen werden“, erläutert der Landwirt. „Wir arbeiten im Verbund.“ Die Eintagsküken kommen per Spezialtransport aus einer Großbrüterei. Die Tiere verbringen dann ihr gesamtes, kurzes Leben in den Mirower Ställen. Ein Fünftel des Bestandes wird dabei schon nach fünf Wochen herausgenommen. Ein Tier wiegt dann 1,9 bis 2 Kilogramm. „Solch ein Hähnchen ist auch für den Grillspieß geeignet“, erläutert der Fachmann. Zugleich wird so Platz in den Ställen geschaffen, damit die meisten Tiere zu Schwermast-Hähnchen heranwachsen können. Und nach dem Ende eines Durchganges werden die Mirower Ställe gereingt und desinfiziert. Nach einigen Tagen werden neue Eintagsküken eingestallt.

Diese Hähnchenmast gibt es in Mirow erst seit Anfang der 1990er-Jahre. Der Landwirtschaftsbetrieb musste sich nach der Wende neu strukturieren. Zu DDR-Zeiten gab es in der Lewitz Rinderhaltung im großem Stil. „Wir hatten 15 000 Jungrinder“, blickt der 62-Jährige zurück, der in dem Bereich tätig war. Ein Teil der Mirower Rinderställe wurde für die Milchviehhaltung um- und ausgebaut, ein anderer zu Hähnchenställen.

Die Lübesser wollen an der Hähnchenmast festhalten, auch wenn die Erlöse mitunter stark schwanken. „Aber das gilt ja für alle Bereiche in der Landwirtschaft – für die Viehhaltung und den Ackerbau gleichermaßen“, betont Göldnitz. „Wir müssen das mit den Erträgen aus anderen Bereichen ausgleichen.“ Die Agp Lübesse hat sich aus diesem Grund breit aufgestellt. Ackerbau und Kartoffelhalle, Milchproduktion und Geflügelhaltung, Biogas, Tankstelle und Werkstatt – so finden fast 100 Mitarbeiter Lohn und Brot in dem Landwirtschaftsbetrieb.

 

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