Cyber-Attacken in MV : Hacker-Angriffe auf die Landesregierung

Zahl der gemeldeten Sicherheitsvorfälle zwischen 2012 und 2014 verdoppelt

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17. Dezember 2014, 07:40 Uhr

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern will sich besser vor Viren-Angriffen aus dem Internet schützen. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll Anfang Februar ein Computer-Notfallteam CERT (Computer Emergency Response Team) unter Führung des Innenministeriums seine Arbeit aufnehmen. Die Expertengruppe soll Schwachstellen im Regierungsnetz herausfinden, Hacker-Angriffe analysieren und bei Schäden Erste Hilfe leisten. Grund: Zwischen den Jahren 2012 und 2014 hat sich die Zahl der gemeldeten Sicherheitsvorfälle mehr als verdoppelt.

Von den 240 000 E-Mails, die derzeit an einem durchschnittlichen Arbeitstag das Netz der Landesregierung erreichen, lösen etwa 1000 Mails Alarm an den zentralen Firewall-Systemen aus, weil sie Viren-Programme enthalten, teilte das landeseigene Datenverarbeitungszentrum (DVZ) auf Anfrage unserer Redaktion mit. Viren-Programme können Computer oder Netzverbindungen zum Absturz bringen oder völlig zerstören. Weitere 350 Mails enthalten andere gefährliche Anhänge wie Spionageprogramme. Zum Vergleich: Im Jahre 2012 waren es noch täglich 500 Mails mit Viren, die die Firewall aussortierte.

„Generell ist im Web die Tendenz zu erkennen, dass die Cyber-Kriminellen immer professioneller werden“, sagte DVZ-Sprecher Andrè Korsch. Ihr Ziel sei es, vertrauliche Daten für politische oder wirtschaftliche Spionage zu stehlen, Geld zu erbeuten oder Systeme lahmzulegen. Die meisten der Angriffe kommen aus den Vereinigten Staaten gefolgt von Russland.

An dritter Stelle der Ursprungsländer steht Deutschland, an vierter China. „Den genauen Absender können wir als DVZ allerdings nicht ermitteln, im Regelfall wechseln die verwendeten Adressräume und IP-Adressen täglich“, erklärte Korsch. Immerhin ist in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Hacker direkt ins Verwaltungsnetz oder auf Seiten der Landesregierung gelangen konnte.

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Im August vergangenen Jahres hatte ein Hackerangriff den Internet-Auftritt der Landesregierung Sachsen-Anhalts sechs Stunden lang lahmgelegt. Die Seiten von Staatskanzlei und Ministerien konnten nicht mehr aufgerufen werden.


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