Schöne Aktion : Haare lassen für einen guten Zweck

Hatten die Idee für die ungewöhnliche Spendenaktion: Friseurmeisterin Annette Keding und ihre Freundin Beate Schellpfeffer.
Hatten die Idee für die ungewöhnliche Spendenaktion: Friseurmeisterin Annette Keding und ihre Freundin Beate Schellpfeffer.

Banzkower Friseurmeisterin Annette Keding schneidet Zöpfe ab, damit kranke Menschen Echthaar-Perücken bekommen

23-11368170_23-66108344_1416393117.JPG von
13. Juni 2015, 16:00 Uhr

Beate Schellpfeffer aus Schwerin muss sich an ihren neuen, sommerlichen Kurzhaarschnitt erst noch gewöhnen. Schließlich trug die 37-Jährige ihr dunkelbraunes Haar bisher lang. „Die letzten Monate habe ich es extra wachsen lassen, damit es 25 Zentimeter lang wird“, erzählt die Schwerinerin. Doch nun ist der Zopf ab. 45 Gramm bringen die Haare der Grafik-Designerin auf die Waage. „Das ist nicht so wichtig“, sagt Friseurmeisterin Annette Keding. „Mindestens 25 Zentimeter lang müssen sie sein. Sonst lässt sich aus den Haaren keine Perücke machen.“

Doch genau darauf kommt es an – auch den beiden Frauen. Sie unterstützen mit der Zopf-Aktion den Verein „Haarschnitt mit Herz“ aus Aachen. Dort werden Haarspenden entgegengenommen, um Echthaar-Perücken für Menschen herzustellen, die durch eine Krankheit ihr Haar verloren haben. „Das mit den Echthaar-Perücken ist wichtig“, betont Keding. Doch die sind deutlich teurer als der künstliche Haarersatz. Viele Kassen zahlen jedoch nur die billigeren Perücken. Auf der anderen Seite stehen die Betroffenen: Nach einem oftmals langen Leidensweg trauen die sich nicht auf die Straße, weil sie mit dem Kunsthaar auffallen, vielleicht sogar darauf angesprochen werden. Das haben beide Frauen aus dem eigenen Bekanntenkreis erfahren.

Dass daraus jetzt ein Spendenaktion wird, ist kein Zufall, sondern dem Firmenjubiläum von Annette Keding geschuldet. Denn vor genau 25 Jahren eröffnete die Meisterin ihren ersten Frisiersalon. Deshalb gibt es das ganze Jahr über besondere Angebote für die Kunden. „Aber auch die Kunden sollten sich einbringen können – bei einer gemeinnützigen Aktion“, erzählt Annette Keding. Die Haarspende passt da bestens ins Bild. Und da das Mindestmaß auch noch 25 Zentimeter ist, stimmen auch die Zahlen. Allerdings wird es wohl nichts mit 25 Spendern, die bis Ende nächster Woche ihr Haar für den guten Zweck lassen. „Der Termin ist zwar gesetzt“, sagt Annette Keding. „Aber wir machen weiter.“ Denn bislang sind erst drei Zöpfe zusammen gekommen. „Allein für eine Perücke werden fünf bis sechs Haarspenden benötigt“, betont Beate Schellpfeffer. Dass sie selbst mitmacht, war übrigens sofort klar: „Wenn man so etwas anregt, kann man sich nicht drücken.“ Allerdings war die Schwerinerin schon überrascht, dass ihr schulterlanges Haar nicht auf die Spendenlänge von 25 Zentimetern kam.

So ist es übrigens mehreren Freiwilligen ergangen, die sich im Banzkower Salon gemeldet haben. Immerhin eine weitere Spenderin konnte ihr Haar abschneiden lassen. Und ein schon älterer Zopf wurde ebenfalls in den Salon gebracht. „Das geht problemlos“, betont Keding. Auch gefärbte Haare, dauergewellte Locken und natürlich Männerhaare sind als Spende willkommen. „Die Perückenmacher können aus allem etwas machen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen