Einzelhandelskonzept für die Region Schwerin : Guter Handel in Stadt und Umland

Lebensmittelmärkte zieht es verstärkt an Verkehrsachsen: Am Grünen Tal sind neuerdings zwei Discounter zu finden.
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Lebensmittelmärkte zieht es verstärkt an Verkehrsachsen: Am Grünen Tal sind neuerdings zwei Discounter zu finden.

Regionaler Planungsverband Westmecklenburg stärkt die Schweriner Innenstadt. Pampow ist das einzige Zentrum jenseits der Stadtgrenze.

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11. Mai 2017, 21:00 Uhr

Wenn es ums Einkaufen geht, wird die Stadt Schwerin ihrem herausgehobenen Stellenwert auch für den Speckgürtel und für die Region Westmecklenburg gerecht. Denn hier wird mehr Geld ausgegeben, als den knapp 100  000 Landeshauptstädtern und den 30  000 Einwohnen in den 14 Nachbargemeinden im Stadt-Umland-Raum zum Konsumieren zur Verfügung steht. Es gibt allerdings auch sehr viel Verkaufsflächen, sogar mehr als in Landes- und Bundesdurchschnitt. Das sind nur einige Eckdaten aus dem „Regionalen Einzelhandels-Entwicklungskonzept für den Stadt-Umland-Raum Schwerin“, das der Planungsverband für Westmecklenburg am Mittwochabend im Grevesmühlen verabschiedet hat.

Über einen Zeitraum von drei Jahren arbeitete das Dortmunder Fachbüro „Junker und Kruse“ an dem Papier. Zwischenzeitlich wurde der Stadt-Umland-Raum deutlich enger gesteckt, von 23 auf 14 Gemeinden reduziert. Zudem bringt die Stadt Schwerin das neue Einkaufsareal „Schwerino“ auf den Weg. Letzteres kann daher in der Analyse noch keine Rolle spielen, betont Stefan Kruse. Und weder der beauftragte Planer noch der Planungsverband wollen der Stadt da reinreden. „Mit diesem Papier stecken wir einen Rahmen ab und zeigen Entwicklungsperspektiven“, erläutert Karl Schmude, Büroleiter beim Planungsverband.

Viel Lob gab es für die Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt. Stefan Kruse empfahl aber, sich darauf nicht auszuruhen. Weitere Einzelhandels-Geschäfte könnten die Attraktivität steigern und den für Kunden vorteilhaften Wettbewerb erhöhen.

Nicht gerüttelt werden darf nach Auffassung des Planers an den Einkaufszentren in den Wohngebieten wie dem Dreescher Markt oder in der Güstrower Straße und Lessingstraße. Die hätten entscheidende Bedeutung für wohnortnahe Grundversorgung. Das gilt im Grundsatz auch für die noch vorhandenen Lebensmittelmärkte in den Dörfern. Die Schweriner Verkaufsareale Sieben Seen Center, Fasanenhof, Köpmarkt und Margaretenhof nehmen Sonderstellungen ein, werden wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage von Schwerinern und Umländern gleichermaßen frequentiert. Ähnliches gilt für das Einkaufsareal im neuen Dorfkern von Pampow. Zwei Lebensmittelmärkte und Fachgeschäfte locken Kunden aus mehreren Gemeinden am südlichen Rand der Landeshauptstadt an. Pampow hat daher als einziges Dorf im Stadt-Umland-Raum eine Einstufung als „Nahversorgungszentrum“ bekommen.

In einigen Dörfern des Stadt-Umland-Raumes fehlt es hingegen an Einkaufsmöglichkeiten. Der von den Grambowern selbst geschaffene Dorfladen wird daher ausdrücklich gelobt. Doch zumeist ist der Discounter im Nachbardorf oder das Geschäftszentrum am Schweriner Stadtrand der bevorzugte Einkaufsort dieser Menschen.

Das 151 Seiten umfassenden Einzelhandels-Entwicklungskonzept geht jetzt zur Bestätigung in die Schweriner Stadtvertretung und die 14 Gemeindevertretungen. Auch dort soll es beschlossen werden. Eine entscheidende Rolle kann es spielen, wenn die Stadt Schwerin oder eine der Gemeinden an die Planung eines neues Marktes gehen will. „Dann schaut die Genehmigungsbehörde, ob das zum Konzept passt“, erläutert Schmude.

Veränderungen erwartet der Fachmann vor allem bei den Lebensmittelmärkten. Kruse warnt von einer „Discounterisierung“ – sprich: Lebensmittel-Discounter verdrängen so genante Vollsortimenter. Das sei ein bundesweiter Trend. Zu beobachten sei auch, dass die Lebensmittelmärkte größer werden, oftmals an neue Standorte ziehen. Die Handelsketten wollen raus aus dem Kern der Wohngebiete, ran an stark frequentierte Straßen, um auch Pendler und Durchreisende anzulocken.

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