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Bauvorhaben : Gutachter: Schlossanleger gefährdet keine Vögel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zusätzliche Bootsliegeplätze stören nicht den Naturschutz / Kritik des Umweltverbandes bleibt

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Zweimal hat die Landeshauptstadt vor Gericht eine Schlappe einstecken müssen mit ihrem Ansinnen, in der Schlossbucht einen Steg mit Bootsanlegeplätzen zu bauen. Zuletzt war das Oberverwaltungsgericht Greifswald der Argumentation des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland MV (BUND) gefolgt, dass der Schlossanleger vis a vis der Weißen Flotte sowohl geschützte Vogelarten beeinträchtigen würde, als auch dass es zu einer Zunahme des Schiffsverkehrs auf dem Schweriner See kommen würde. Doch die Stadtspitze gibt nicht auf. Der 45 Meter lange Anleger für Fahrgastschiffe sowie 22 neue Bootsliegeplätze soll kommen.

Mit einer externen Verträglichkeitsstudie im Einklang mit dem Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ will die Stadt beweisen, dass Vögel durch die zusätzlichen Liegeplätze nicht beeinträchtigt werden. Jetzt liegt das Papier vor – und bringt das von der Stadtspitze erhoffte Ergebnis.

Das rund 200 Seite starke Gutachten des Kieler Instituts für Landschaftsökologie hat sogar alle Bauvorhaben betrachtet, die im Wassertourismuskonzept der Stadt zusammengefasst sind. Neben dem Schlossanleger am Franzosenweg und alternativen Standorten für die Wassertankstelle sind das unter anderem der Ausbau der Hafenanlage auf Kaninchenwerder, ein Wasserwanderrastplatz am Freilichtmuseum Mueß und ein Wasserwanderrastplatz mit Schiffsanleger am Schloss Wiligrad. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass bei Verwirklichung aller Bauvorhaben – insgesamt 451 zusätzliche Liegeplätze – „keine erheblichen Beeinträchtigungen“ der Ziele des Schutzgebietes Schweriner Seen zu erwarten seien.

Ob der Schlossanleger aufgrund des Gutachtens nun tatsächlich gebaut wird, ist aber noch offen. Cornelia Nagel, Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, hat bereits deutlich gemacht, dass dafür ein erneuter Stadtvertreterbeschluss nötig sei, da Planungen geändert wurden.

Der BUND sieht in dem Gutachten keinen Freibrief für die Bebauung der Uferzonen. „Für Haubentaucher, die seltenen Kolbenenten und andere Wasservögel wird es eng. Das Gutachten beschreibt für insgesamt zwölf Vogelarten Beeinträchtigungen durch die Vielzahl an Bauvorhaben an den Ufern des Schweriner Sees. Die Schlussfolgerung des Gutachtens, dass diese ,noch tolerabel‘ oder ,gering‘ sind, können wir nicht nachvollziehen“ sagt Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag.“

 

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