Schwerin : Gut Wein braucht Weile

Eine Weinrebe ist Waldemar Leide fast schon über den Kopf gewachsen.
Eine Weinrebe ist Waldemar Leide fast schon über den Kopf gewachsen.

Nahe der Schleifmühle wachsen drei junge Rebstöcke

svz.de von
11. August 2018, 05:00 Uhr

Sie klammert sich an die dünnen Drähte und wächst und wächst und wächst. Nur Trauben, die reifen noch nicht. „Das wäre ja auch ein Ding nach solch einer kurzen Zeit “, sagt Waldemar Leide und zeigt auf die grünen Blätter der Rebe, die sich am Gestänge hoch schlängelt und mittlerweile schon so groß wie der Schleifmüller ist. Leide kümmert sich derzeit nicht nur um die Museumsmühle, sondern 150 Meter weiter auch als Hobby-Winzer um den Weinanbau. Im kleinen Stil – versteht sich – bei nur drei Reben.

Ende Mai wurden die Reben angebaut, um am Fuße der Terrassen am ehemaligen Jägerberg das aufleben zu lassen, was vor 262 Jahren Weingärtner Heinrich Klett an dieser sonnigen Stelle einstielte – den Weinanbau für die Frau von Herzog Friedrich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war dieses Kapitel im so genannten oberen Küchengarten dann schon wieder Geschichte. Doch jetzt soll wieder etwas heranreifen.

„Eine von den zwei gesetzten Weinreben ging sofort ein“, sagt Waldemar Leide. Die andere wuchs hervorragend. Grüne Weintrauben soll sie spätestens in zwei Jahren tragen. Zwei neue Reben wurden mittlerweile hinzu gesetzt. Im besten Fall hängen an ihnen irgendwann rote Trauben. „Wir sind gespannt und könnten noch einen Experten auf diesem Gebiet gebrauchen“, sagt Leide, der sich über Interessenten freuen würde.

Gut Wein braucht Weile – aber wie könnte der Schweriner Wein denn mal heißen? Leides Vorschlag: „Klett-Wein“.

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