Schwerin : Gut gerüstet für das Welterbe

Beim Rundgang ums Schloss lauschten viele Interessierte  den Neuigkeiten zum Unesco-Antrag. Im Sommer will die Stadt zu einer Welterbe-Radtour nach Raben Steinfeld einladen.
Beim Rundgang ums Schloss lauschten viele Interessierte den Neuigkeiten zum Unesco-Antrag. Im Sommer will die Stadt zu einer Welterbe-Radtour nach Raben Steinfeld einladen.

Rundgang am Schlossensemble: Die Unesco-Prüfer akzeptieren auch den Museumsanbau und das Ludwig-Bölkow-Haus.

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24. April 2015, 08:00 Uhr

Ein Neubau in unmittelbarer Nähe des Schlosses – das geht heute nicht mehr, ohne dass Unesco-Welterbe-Gutachter genau draufschauen. Schon mehrfach waren sie auf der Baustelle am Museum, Pläne allein reichen ihnen nicht, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Und auch das geplante zentrale Museumsdepot in der Stellingstraße, am Rande des Finanzamt-Parkplatzes, darf die historischen Sichtachsen nicht stören. „Da wurde mit der Unesco-Kommission schon um Meter gerungen“, erklärte Dr. Günter Reinkober, Fachbereichsleiter im städtischen Bauamt. Er führte gestern interessierte Schweriner beim „Welterbe-Rundgang“ zu den spannendsten Orten des Schlossgartens, zu den Kolonaden, den Laubengängen, an die Kaskaden, zum Jugendtempel, Hippodrom und zur Schleifmühle. Er berichtete aus ihrer Geschichte, zeigte alte, zum Teil nie umgesetzte Entwürfe und erklärte, worauf Schweriner Stadtplaner künftig achten. Bausünden wie die Burgseegalerie oder das gegenüberliegende Parkhaus werde es nicht mehr geben, so Dr. Reinkober. Internationale Gutachter waren aber beeindruckt vom Ludwig-Bölkow-Haus aus der Feder von Stararchitekt Hadi Teherani. Von solchen Gebäuden könnte Schwerin mehr gebrauchen. Ein freies Grundstück gäbe es noch in der besonders sensiblen Graf-Schack-Allee, erklärte Reinkober.

Der Welterbe-Status für das Schweriner Schloss liegt zwar noch in einiger Ferne und ganz gewiss ist es nicht, dass das historistische Ensemble das begehrte Prädikat erhält. „Manche Städte haben zehn Jahre auf der Tentativliste gestanden“, sagt Bernd Nottebaum. Auf diese Vorauswahl-Liste gelangte Schwerin vergangenes Jahr. „Wir brauchen jetzt eine Managementplanung für die Bewerbung, müssen das historische Ensemble und seine Bedeutung bewerten.“ Dafür soll an der Hochschule Wismar eine Professur eingerichtet werden. Etwa drei Jahre werde dann die geforderte Bewertung in Anspruch nehmen, inklusive externer Gutachten, schätzt der Dezernent. Wie lange braucht die Unesco für ihre Entscheidung? „Wir haben noch keine Fristen.“

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