Weihnachten in Schwerin : Gulasch zum Wiegenfest

Süßes vom Weihnachtsmarkt: An der Adventszeit gefallen Rama Akid besonders der viele Schmuck und das Naschwerk.
Süßes vom Weihnachtsmarkt: An der Adventszeit gefallen Rama Akid besonders der viele Schmuck und das Naschwerk.

Wie feiern Schweriner aus anderen Ländern Weihnachten? Rama Akid aus Syrien verzichtet auf einen Baum, gönnt sich aber ein besonderes Festessen

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22. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Tannenbaum, Geschenke, Ente oder Gans, vielleicht noch ein Besuch in der Kirche und ganz viel Familienzeit – für zahlreiche Schweriner sehen so die Weihnachtstage aus. Doch in der Landeshauptstadt leben auch viele Menschen, die die festlichen Tage anders verbringen und das aus unterschiedlichen Gründen. Nun  erzählt Rama Akid aus Syrien, wie sie Weihnachten feiert.

Die große Weihnachtstanne am Alten Markt beeindruckt Rama Akid jedes Mal, wenn sie daran vorbeiläuft. „Der Baum ist wunderschön“, sagt die 23-Jährige. In der eigenen Wohnung hat sie keinen – denn sie ist Muslima und hat demzufolge einen anderen Blick auf das Wiegenfest Jesu Christi. „Weihnachten wird bei uns zu Hause in Damaskus kaum gefeiert. Es gibt einen großen Baum in der Straße, in der viele Christen leben“, erzählt Rama Akid. „Dort kommen wir zusammen und teilen das Essen, aber wir verteilen keine Geschenke. Die gibt es bei uns zum Zuckerfest. Damit feiern wir das Ende der Fastenzeit, das ist praktisch unser Weihnachten“.

Von der syrischen Hauptstadt und den Traditionen ist Schwerin weit entfernt. Hier wohnt die junge Frau zusammen mit ihrem Bruder, an dessen Seite sie vor etwas mehr als zwei Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen ist. Einige Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland stand das Weihnachtsfest an. „Eine Familie aus der Nähe von Lübtheen hat uns bei sich aufgenommen“, sagt die Syrerin. „Als dann Weihnachten war, lagen Geschenke für uns unter dem Baum. Ich wusste nicht, dass das hier Brauch ist.“ Dementsprechend seien die Gasteltern im ersten Jahr leer ausgegangen. „Vergangenes Jahr habe ich dann unser gemeinsames Bild ausgedruckt und ihnen mit einem schönen Bilderrahmen geschenkt“, erzählt die 23-Jährige.

Wenngleich der Baum in den eigenen vier Wänden fehlt – kulinarisch geht es zu Weihnachten bei Rama und ihrem Bruder außergewöhnlich zu. „Bei uns zu Hause wird ganz normal gegessen. Aber wir machen Gulasch. Das schmeckt einfach fantastisch und ist etwas besonderes für uns“, so Akid.

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