unerwarteter Rücktritt : Günter Lemke sagt Tschüss

Günter Lemke muss jetzt nicht mehr so oft vom Wohnort Groß Trebbow ins Gemeindezentrum Klein Trebbow fahren.
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Günter Lemke muss jetzt nicht mehr so oft vom Wohnort Groß Trebbow ins Gemeindezentrum Klein Trebbow fahren.

Klein Trebbows Bürgermeister legt das Ehrenamt nieder – Zwei Bewerber für Neuwahl am 6. September

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02. Juli 2015, 10:00 Uhr

Die Strecke zwischen Groß und Klein Trebbow ist zwar kurz, doch Günter Lemke ist zufrieden, dass es nun öfter von der heimischen Terrasse aus den Blick in die Natur genießen kann. „Den Schlüssel fürs Gemeindebüro in Klein Trebbow habe ich schon abgegeben“, erzählt der Groß Trebbower. „Ich bin ja seit gestern kein Bürgermeister mehr.“

Der 67-Jährige hat das Ehrenamt nicht ganz freiwillig abgegeben. Doch Alter und Krankheiten machen sich langsam bemerkbar. Deshalb setzt Günter Lemke einen Schlusspunkt. „Denn wenn ich etwas mache, dann mit vollem Einsatz. Und das ging im zurückliegenden halben Jahr einfach nicht mehr.“ Als dann der Termin für den Volksentscheid über die Gerichtsstrukturreform auf den 6. September festgelegt wurde, war für Lemke klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Denn nun können die Klein Trebbower an dem Sonntag auch ihr neues Gemeindeoberhaupt bestimmen. „Es sind ja nur ein paar Stimmzettel mehr für die Bürgermeister-Wahl nötig.“

Der Rückzug jetzt ist mit der Gemeindevertretung abgestimmt. Der erste Stellvertreter Hans-Christian Ohse führt die Geschäfte. Ohse und auch der zweite stellvertretende Bürgermeister Holger Bannuscher wollen am 6. September zur Wahl antreten.

Günter Lemke hat es nie betreut, sich vor sechs Jahren zu Wahl gestellt zu haben. „Meine Vorgängerin Kirsten Hahnen hörte damals auf und hatte gefragt, ob ich nicht antreten möchte“, blickt Lemke zurück. Als ehemaliger Geschäftsführer der Schweriner Wohnungsgesellschaft kannte Lemke ja Stress – und er hatte tiefe Einblicke in die Kommunalpolitik. Doch letztlich war er schon etwas überrascht, was ein ehrenamtlicher Bürgermeister einer Gemeinde alles zu tun hat. „Der Bürgermeistern ist im Dorf der erste Ansprechpartner für alles Mögliche und auch Unmögliche.“ Hinzu kommt, dass die Gemeinden heute kaum Gestaltungsspielraum haben. Der hängt von der Kassenlage ab. „Wir haben aber immer einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen“, betont Lemke. Und dennoch viel geschaffen. In der ersten Wahlperiode Lemkes wurden Gemeindestraßen saniert und ausgebaut, der Radweg nach Lübstorf errichtet und Wanderwege an den Seen angelegt. Fördermittel mussten dafür eingeworben, Eigenmittel aufgebracht werden. Auch in den fünf zur Gemeinde gehörenden Dörfern wurde auf die Verbesserung der Infrastruktur gesetzt. Auf dem alten Guthof von Klein Trebbow entstanden schmucke Häuschen, das Baugebiet Kirch Stück ist inzwischen belegt. In Groß Trebbow, Barner Stück und Moorbrink helfen Abrundungssatzungen, Baulücken zu schließen und junge Leute im Dorf zu halten. So ist die Einwohnerzahl der Gemeinde in Lemkes Amtszeit um rund 100 Personen gestiegen – auf derzeit fast 1000. „Wir sind die einzige Gemeinde im Amtsbereich Lützow-Lübstorf, die wächst“, erzählt Lemke stolz.

Auch in dieser Wahlperiode soll es voran gehen. Die Umgestaltung und Erweiterung des Gemeindezentrums in Klein Trebbow steht an. Dort soll in Zukunft der Arzt seine Sprechzeiten in Klein Trebbow abhalten können. Dadurch verbessern zugleich die Bedingungen für die Kita, die von den Johannitern betrieben wird. „Die Weichen dafür sind gestellt. Das werden die Gemeindevertreter mit dem neuen Bürgermeister fortführen“, ist Lemke sich sicher.

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