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Abwasser in Kleingärten : Gülle-Fahrt mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

WAG muss von Kleingärtnern viel Kritik zur Abwasserabfuhr einstecken – doch auch die Mitarbeiter haben es in den Anlagen nicht immer leicht

von
erstellt am 29.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Das Licht ist grell. Typisches Bürolicht. Die Wände weiß. Ein großes Fenster sorgt für warmes Tageslicht. Im Raum stehen sich zwei Schreibtische gegenüber. Auf ihnen jeweils ein Computerbildschirm, davor eine Tastatur, eine Maus, ein Schreibblock, Stifte, einige Ordner mit Unterlagen darin und ein Telefon. Am rechten Tisch sitzt eine junge Schwerinerin. Ihr Arbeitsplatz ist sauber und aufgeräumt. Durch ihre schwarz umrahmte Brille schaut sie konzentriert auf den Bildschirm. Das Telefon durchbricht die Stille. Sie hebt den Hörer ab. „WAG. Guten Tag“. Ihre Stimme klingt freundlich. Am anderen Ende der Leitung ist ein Sportverein. Sie sprechen einen Termin zur Grubenleerung ab. „Am 3. August kann ich Ihnen einen Ganztagstermin anbieten“, schlägt die Mitarbeiterin der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG) vor.

Solche Anrufe bekommt sie täglich, denn es ist ihre Aufgabe die Termine für die Abwasserabfuhr aus Schweriner Kleingärten, Sportvereinen und Bootshäusern zu koordinieren. Es sei nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen, aber meistens klappe es, erklärt die junge Frau mit einem Lächeln. Eine genaue Uhrzeit, wann die Fahrer in einem Kleingarten sind, könne sie nicht herausgeben. „Wir vergeben nur Termine für Zeiträume, beispielsweise von 8 bis 12 Uhr, von 12 bis 16 Uhr oder eben Ganztagstermine von 8 bis 16 Uhr.“ Anders sei es gar nicht möglich. Denn: Vor Ort werden die Fahrer so manches Mal vor Herausforderungen gestellt. „Manchmal sind die Wege zu schmal, dann müssen erst meterlange Schläuche verlegt werden. Hecken ragen in die Wege. Manchmal sind mehr Kubikmeter Gülle in der Grube, als vorher vom Gärtner angeben – dann ist der Wagen schneller voll und muss zwischendurch entleert werden. Das kostet natürlich Zeit“, so die Terminkoordinatorin.

Der orangfarbene Multicar schlängelt sich durch die Anlage am „Güstrower Tor/ Schwälkenberg“. In ihn passen vier Kubikmeter Gülle. Mirko Schuldt handhabt das Fahrzeug gekonnt. Damit sein Kollege Steffen Knispel aussteigen kann, muss er mit der Fahrerseite eng an die Hecke fahren. „Hier ist es noch breit – wir kennen Anderes“, sagt Schuldt mit einem Augenzwinkern. An diesem Garten heißt es vorfahren, 40 Meter Schlauch von der Grube bis zum Multicar auslegen und abpumpen. Das alles in gut 15 Minuten. Täglich sind drei WAG-Mitarbeiter im Grubeneinsatz, die etwa 30 Gärten anfahren. So einfach ist es aber nicht immer. In den Kleingärten „Am Krebsbach“ wird es kniffelig. Hier ist es so eng, dass Schuldt all seine Fahrkünste unter Beweis stellen muss. Beherzt greifen die Kleingärtner mit an. Drücken die Äste des Flieders zur Seite. Das Fahrzeug passt durch. Die nächsten Klärgruben können geleert werden. Die Kleingärtner sind zufrieden. Bedanken sich.

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