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Grünschnittentsorgung : Grünschnitt: Stadt handelt nach Unfall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zusätzlicher Container soll mehr Sicherheit auf Recyclinghof in Lankow schaffen

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Musste sich erst ein Gartenbesitzer verletzen, damit die Stadt handelt? Auf dem Recyclinghof der Landeshauptstadt am Ziegeleiweg stehen künftig zwei Container für den Gartenabfall. So soll gewährleistet werden, dass immer ein Behälter sicher ebenerdig beladen werden kann. Die Stadt reagiert mit dieser Festlegung auf einem Unfall, der sich im Oktober auf dem Hof in Lankow ereignet hatte. Auf dem Recyclinghof in der Cottbuser Straße gibt es künftig weiterhin nur einen Container, der aber häufiger als bisher getauscht werden soll.

Hintergrund: Um bei den Kosten für das regelmäßige Abholen und Anliefern der Container durch die SAS zu sparen, war Anfang des Jahres festgelegt worden, dass auf den von der Firma Alba Nord im Auftrag der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) betriebenen Recyclinghöfen nicht flache Behälter mit einem Fassungsvermögen von rund zehn Kubikmetern stehen, sondern Container mit einem Volumen von 36 Kubikmetern.

Gegen diese Regelung, „eine Entscheidung der Stadt“, wie Alba-Niederlassungsleiter Sven Gesierich gegenüber unserer Zeitung betonte, haben viele Kleingärtner protestiert. Grund: Weil die großen Container zu hoch sind, können sie ihren Grünschnitt nun nicht mehr wie bisher bequem über den Rand des Behälters werfen. Zwar ist es möglich, die neuen Container bis zu einer gewissen Füllmenge durch die geöffnete Tür zu beladen, danach müssen Gartenbesitzer aber auf ein Podest klettern, um ihren Abfall los zu werden, oder sich von einem Mitarbeiter helfen lassen (SVZ berichtete).

Um die Situation zu entspannen, wurde vereinbart, auf dem Recyclinghof am Ziegeleiweg künftig jeweils zwei Behälter für eine ständige ebenerdige Beladung bereitzuhalten, wie aus einem von Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum unterzeichneten Papier für die jüngste Stadtvertreter-Sitzung hervorgeht. Nach dem Unfall bei der Entsorgung von Grünschnitt werde der zusätzliche große Container auf dem Recyclinghof in Lankow sofort aufgestellt, heißt es.

Die genauen Umstände des Unfalls am Ziegeleiweg, bei dem ein älterer Mann gestürzt sein soll, seien nicht geklärt, betont Nottebaum auf SVZ-Anfrage. Trotzdem habe sich die Stadt entschieden, nun die Voraussetzungen für eine dauerhafte „begehbare Lösung“ zu schaffen. Auf dem Recyclinghof in der Cottbuser Straße könne ein weiterer Container für Grünschnitt aus Platzgründen nicht aufgestellt werden, sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. Es werde aber für einen schnelleren Abtransport gesorgt. Ein Wechsel von den großen Containern zurück zu den kleinen würde die Kommune rund 25 000 Euro im Jahr mehr kosten, rechnet Dezernent Nottebaum vor – wegen der Ausgaben für den höheren Transportaufwand.

Für die Unabhängigen Bürger in der Stadtvertretung ist das Thema mit den neuen Festlegungen der Verwaltung noch nicht erledigt. Nach ihren Recherchen wurde der Mann auf dem Lankower Recyclinghof so schwer verletzt, das bleibende gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen seien. Die Unabhängigen fordern Antworten von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

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