Kompost statt Gartenfeuer : Grünschnitt düngt Feld und Garten

Stammkunden: Erwin Kaiser und Edwin Fürst bringen Laub und Moos  zur Kompostierungsanlage. Die Gartenabfälle  fielen beim  Frühjahrsputz  in Sülstorf an.  Fotos: Werner Mett (3)
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Stammkunden: Erwin Kaiser und Edwin Fürst bringen Laub und Moos zur Kompostierungsanlage. Die Gartenabfälle fielen beim Frühjahrsputz in Sülstorf an. Fotos: Werner Mett (3)

Kompostierungsanlage zwischen Uelitz und Sülte arbeitet seit zehn Jahren an dieser Stelle: Gartenfeuer kaum noch zu entdecken

svz.de von
19. März 2014, 23:36 Uhr

Edwin Fürst (74) und Erwin Kaiser (77) haben auf dem Hof von Verwandten in Sülstorf Frühjahrsputz gemacht: Schnell lag ein großer Berg mit Laub und Moos auf dem Autoanhänger. Wohin damit? Das ist für die beiden Rentner keine Frage. Sie kennen die Rokom-Kompostierungsanlage an den alten Silos zwischen Uelitz und Sülte. „Wir sind in jedem Frühjahr und in jedem Herbst hier“, betont Edwin Fürst. „Alles reines Pflanzenmaterial“, stellt Wolfgang Reis von Rokom gleich mit dem ersten Blick fest. „Besser geht’s nichts.“

„Besser geht’s nichts“, sagt auch Erwin Kaiser. Nur er meint damit, dass alle Grünabfälle schnell und kostenlos abgeladen werden dürfen. „So wie beim Grünschnitt sollte es auch mit Sperrmüll und vor allem mit Schadstoffen gemacht werden“, sagt Fürst. Denn Bürger aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim müssen bei der Abgabe nichts vor Ort zahlen. Der Kreis regelt das mit einer Pauschale. „Da muss keiner irgendetwas in den Wald bringen oder es verbrennen“, betont der 74-Jährige. Dem kann Wolfgang Reis nur zustimmen. „Von Jahr zu Jahr nimmt die Anzahl der Gartenfeuer rund um Sülstorf, Uelitz und Rastow ab. Auch weil die meisten Leute inzwischen zu uns kommen.“ Keine fünf Minuten später rollt das Auto mit leerem Anhänger vom Hof der Kompostierungsanlage. Der nächste Wagen kommt gerade.

Seit Anfang März herrscht Hochbetrieb. Dabei gab es wegen des milden Wetters schon vorher keine Winterruhe. „Seit dem 1. März haben wir 212 Tonnen Grünschnitt aus privaten Haushalten angenommen“, stellt Brigitte Reis beim Blick in die Bücher fest. „Das ist enorm viel.“ Von März bis Mai sowie von August bis Oktober kommen immer die größten Mengen Grünschnitt zur ganzjährig geöffneten Anlage bei Uelitz. Das wissen die Eheleute Reis aus den vergangenen zehn Jahren, so lange wird an den alten Silos schon Gartenabfall angenommen.

Der verrottet in nur sechs Wochen zu Kompost. Das Meiste dabei macht zwar Mutter Natur allein. Doch ganz ohne Nachhilfe des Menschen klappt es nicht: Der gesamte Grünschnitt wird geschreddert und gesiebt. Humus und Holzteile, die Fachleute reden von Überkorn, werden getrennt. Das Verhältnis beträgt etwa 60 zu 40 Prozent. „Das Überkorn wird in Holz-Heizkraftwerken verbannt. Der Humus kompostiert“, erläutert Wolfgang Reis. Zweimal werden die großen Berge umgeschichtet. Danach kann der Kompost als Dünger für Feld und Garten verwendet werden. „Wir mischen hier auch Gartenerde und verkaufen sie“, erläutert Reis. Auch einige Bauern holen sich den Kompost, um die Bodenqualität zu verbessern. Dafür reichen übrigens die von Privatleuten angelieferten Grünabfälle nicht aus. Doch bei Uelitz werden auch in Container angelieferte Pflanzenreste aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim, aus Hamburg und Lübeck und auch von Gartenbaubetrieben verarbeitet.

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