Platz für Uecker, Duchamps und DDR-Kunst : Grünes Licht für Museumsanbau

Hier im Hof des Staatlichen Museums soll der seit mehr als 20 Jahren geforderte Anbau entstehen. Noch in diesem Jahr könnte der Grundstein gelegt werden.
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Hier im Hof des Staatlichen Museums soll der seit mehr als 20 Jahren geforderte Anbau entstehen. Noch in diesem Jahr könnte der Grundstein gelegt werden.

Platz für die Moderne: Zehn-Millionen-Euro-Neubau soll auf dem Hof entstehen und wird vom Alten Garten aus nicht zu sehen sein

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12. März 2014, 16:00 Uhr

Mehr als 20 Jahre hat das Staatliche Museum Schwerin vergeblich versucht, zusätzlich zu den 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche im klassizistischen Willebrand-Bau weiteren Platz zu bekommen. Denn zahlreiche Schätze lagern fernab von öffentlichen Blicken in Depots. Jetzt scheint der Traum der Kunstliebhaber doch wahr zu werden. Nachdem Kultusminister Mathias Brodkorb anlässlich der Günther-Uecker-Schau im vergangenen Sommer von „intensiven Gesprächen“ für den Museumsanbau, der „ein Uecker-Bau werden“ könne, berichtet hatte, geht es jetzt offenbar ganz schnell. Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften BBL hat die Planung offenbar fast fertig. Und auch der größte Teil des benötigten Geldes steht nach SVZ-Informationen bereit – acht Millionen Euro. Weitere Millionen will der eigens wieder gegründete Verein „Uecker in Schwerin: Neubau e.V.“ unter Vorsitz von Prof. Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe besorgen, die 1993 die Idee des Erweiterungsbaus als damalige Direktorin initiierte.

„Wir sind überaus motiviert und glücklich, nun in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium daran mitwirken zu können, dass unser seinerzeitiges Motto ,Das Museum muss wachsen. Damit die Vergangenheit eine Zukunft hat‘ bald Realität wird“, sagt Vereins-Schatzmeisterin Mechthild Bening.

Auch Museumsdirektor Dr. Dirk Blübaum hat schon konkrete Pläne für den Neubau, der im Übrigen das Staatliche Museum nicht überragen und daher vom Alten Garten aus nicht zu sehen sein wird. „Es lagern große Bestände von Kunst nach 1900 in unseren Depots. Eine Dauerausstellung der Moderne im Neubau macht das Museum noch attraktiver“, sagt Blübaum. Natürlich zähle Günther Uecker dazu, aber auch Marcel Duchamp und DDR-Malerei. „Wir haben mit 600 Werken nach Dresden, Weimar und Frankfurt/Oder die größte Sammlung mit Werken von DDR-Künstlern, die wir bislang nur in kleinen Ausstellungen in Güstrow zeigen können.“

Geht es nach dem Museumsdirektor, dann soll auch für den Neubau der Zugang der Besucher über die markante Freitreppe des Staatlichen Museums erfolgen. Zum einen sollte man mit der vorhandenen baulichen Situation und dem dominanten Eingangsbereich spielen, sagt Blübaum. Andererseits wäre die Errichtung eines zweiten Einlass- und Kassensystems auch nicht sinnvoll. „Dieses Haus hat einen ganz eigenen Charakter“, schwärmt der Museumsdirektor. „Es gibt hier Räume, die man in ganz Deutschland nirgendwo anders findet. Und ein besonders prägendes Element ist dabei nun einmal die Freitreppe.“

Jetzt müssen die Baupläne in die Endphase. Denn alles soll so entstehen, dass die Bewerbung um die Aufnahme in die Unesco-Welterbe-Liste nicht gefährdet wird. Die Stadtverwaltung muss den Bau genehmigen. Verzögerungen soll es laut Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow keine geben. Wenn die Planung vorliege, könne die Prüfung in wenigen Wochen erfolgen. „Wir wollen diese Attraktion für Schwerin.“

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