Mülltrennung : Grüner Punkt und Sack-Problem

Alles korrekt: Diese Gelben Säcke sind mit Leichtstoffverpackungen gefüllt und abholbereit auf gestapelt.
Alles korrekt: Diese Gelben Säcke sind mit Leichtstoffverpackungen gefüllt und abholbereit auf gestapelt.

Schweriner verbrauchen im Jahr 1 350 000 gelbe Tüten – und bringen der SAS damit zusätzliche Kosten im Wettbewerb

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29. März 2014, 09:00 Uhr

Es ist eine unglaubliche Summe: Im vergangenen Jahr hat die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft SAS im Auftrag des Dualen Systems Deutschland 1,35 Millionen gelbe Säcke ausgegeben. Und die SAS hat sie auch bezahlt – und genau das wird angesichts dieser großen Zahl inzwischen immer mehr zum Problem, sagt SAS-Geschäftsführer Matthias Hartung. Denn der Entsorgungsauftrag werde vom Dualen System für jeweils drei Jahre vergeben. Wenn die SAS beim Preis mit den Wettbewerbern nicht mehr mithalten kann, ist sie raus. Und ohne den Einsammel-Auftrag wären Arbeitsplätze in Schwerin gefährdet. Und das Mithalten mit den Wettbewerbern sei ohnehin schwer, da die SAS laut Hartung im Gegensatz zu anderen Tarif zahle. Der Mindestlohn in der Branche liege bei 8,68 Euro je Stunde. Rechnet man beim Schweriner Entsorger Altersvergütungen und Urlaubsgeld mit ein, dann ergibt das Hartung zufolge „einen Stundenlohn zwischen 16 und 17 Euro“.

Durch Effizienz und Leistung habe die SAS dennoch immer wieder den Auftrag zum Einsammeln der Produkte mit dem Grünen Punkt bekommen.

„Wenn sich aber dann etwas unerwartet ändert, bringt uns das Probleme, auch wenn es sich nur um ein paar tausend Euro handelt“, sagt der Geschäftsführer. Und der stete Verbrauchsanstieg des Gelben Sackes ist so ein Problem für die SAS.

Denn die meisten Schweriner können auf die Container für Verpackungen mit dem Grünen Punkt zugreifen. Nur rund 10 000 Haushalte sind auf den Gelben Sack angewiesen. Selbst wenn die jede Woche zwei Säcke füllen würden, was unvorstellbar ist, wäre der hohe Verbrauch nicht zu erklären. Das Problem: Die Säcke werden zweckentfremdet – beispielsweise als Aufbewahrungstüten für Gartenstuhlauflagen über den Winter oder als Sammeltüten, die später gefüllt in den Container kommen.

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