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Rund um Rastow auf Müllsuche : Großreinemachen im Wald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jäger vom Hegering Uelitz sammeln tonnenweise Müll / Furcht vor mehr Sperrmüll in der Natur wegen Umstellung des Abholsystems

von
erstellt am 27.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Dass es eine „reiche“ Ernte wird, hatte Gert Welp erwartet. Doch die schlimmen Erwartungen des Uelitzer Hegeringleiters wurden noch übertroffen. Wagenladung um Wagenladung voller Müll holten zwei Dutzend Jäger am Wochenende aus den Wäldern zwischen Kraak und Uelitz, zwischen Sülstorf und Wöbbelin. „Wir sind ja die Müllsammler vom Dienst“, betont Welp. Denn die Weidmänner kümmern sich um die Tiere und Pflanzen in ihren Revieren. „Ob ein Jäger nach der Pirsch Wildbret dabei hat, weiß er vorher nie, aber Unrat findet er immer“, erzählt Welp. Und wenn es geht, wird der gleich mitgenommen. Aber das reiche leider nicht aus. Zu viel Müll aller Art landet in der Natur. „Mich ärgern daran zwei Dinge“, fügt der Hegeringsleiter an. Zur Rücksichtslosigkeit dieser Menschen im Umgang mit der Natur kommt noch der Fakt hinzu, dass die allermeisten Dinge ganz einfach zu entsorgen sind. „Doch es landen sogar Gartenabfälle in Plastiksäcken im Wald“, berichtet Welp. Dabei gibt es zwischen Uelitz und Sülte die weithin bekannte Annahmestelle für Grünschnitt. Und die „Entsorgung“ in Plastiksäcken verhindert die Verrottung...

Doch es gibt noch Schlimmeres: Autoreifen, Plastikbehälter mit unbekanntem Inhalt, Bauschutt, Schrott, alte Möbel und säckeweise Babywindeln sowie andere Hygieneartikel. „Am meisten überrascht haben mich die Berge von leeren Flaschen“, fügt Welp hinzu. Einige der entdeckten Lager müssen schon zu DDR-Zeiten angelegt worden sein, wie die Etiketten verrieten. Aber auch Pfandflaschen aus der Gegenwart kamen zutage. Die Entsorgung des Glases war nach der Sortierung noch relativ einfach. Doch einiges ist auch Sondermüll, muss teuer entsorgt werden. „Deshalb hatten wir uns vorher mit dem Amt Ludwigslust-Land abgestimmt“, berichtet Gert Welp. Die jeweilige Gemeinde übernimmt die ordnungsgemäße Entsorgung. Mit dem Ergebnis der Aktion ist der Hegeringleiter zufrieden. „In diesem Umfang haben wir das das erste Mal gemacht“, fügt Welp hinzu. Er kann sich vorstellen, dass so etwas in jedem Frühjahr wiederholt wird – denn leider landet schnell wieder Müll im Wald. „Wahrscheinlich künftig noch mehr – vor allem Sperrmüll“, befürchtet Christian Karp aus Kraak. Denn in der vorigen Woche standen mit einem Mal ein komplette Couchgarnitur und noch ein weiteres Sofa in Kraak auf der Straße. Karp vermutet, dass Eigentümer durch die Umstellung des Sperrmüllsystems abgeschreckt und zu Müllsündern werden. Denn der Kreis Ludwigslust-Parchim verzichtet auf die Gemeinschaftstouren, bei denen Sperrmüll an den Straßenrand gestellt werden durfte. „Stattdessen sollen die Leuten sich individuell einen Sperrmülltermin holen“, erläutert Karp. „Aber das machen die Wenigsten.“ Der Landwirt und Jäger befürchtet, dass stattdessen der Sperrmüll irgendwo abgeladen wird.

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