Ypsomed investiert in Schwerin : Großprojekt für 100 Millionen

Fröhlich inszenierter Spatenstich mit Minister, Oberbürgermeister und Ypsomed-Geschäftsführung: Das Unternehmen feierte gestern im Industriepark Schwerin den Baustart seines neuen Werkes, das in 18 Monaten fertig sein soll.
Fröhlich inszenierter Spatenstich mit Minister, Oberbürgermeister und Ypsomed-Geschäftsführung: Das Unternehmen feierte gestern im Industriepark Schwerin den Baustart seines neuen Werkes, das in 18 Monaten fertig sein soll.

Schweizer Medizintechnik-Unternehmen Ypsomed baut im Industriepark neues Werk für Insulin-Pens und schafft 150 Jobs

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26. September 2017, 21:00 Uhr

Erster Spatenstich für ein neues Vorzeigeprojekt im Industriepark Schwerin: Das Schweizer Medizintechnik-Unternehmen Ypsomed investiert rund 100 Millionen Euro in ein Produktionswerk, in dem vor allem Insulinpumpen und so genannte Pens hergestellt werden, die Diabetiker brauchen, um sich selbst zu behandeln. Schon im Sommer 2019 sollen die ersten dieser Produkte „made in Schwerin“ auf den Weltmarkt kommen. Ypsomed will in den ersten fünf Jahren rund 150 neue Arbeitsplätze in Schwerin schaffen, Vergrößerung nicht ausgeschlossen. Schließlich gäbe es auf der Welt rund 50 Millionen Menschen, die sich täglich Insulin spritzen müssen, erklärte Ypsomed-Geschäftsführer Simon Michel bei der Spatenstich-Feier in der Ludwig-Bölkow-Straße. Aktuell baut Ypsomed auf zehn Hektar Land, eine Option auf weitere zehn Hektar in der Nachbarschaft gibt es schon.

Das Land selbst fördert die Ansiedlung mit 9,75 Millionen Euro. Und Wirtschaftsminister Harry Glawe leistete persönlich reichlich Vorarbeit, um die Schweizer nach MV zu holen. Schließlich hatte das Unternehmen für seine Produktionserweiterung insgesamt 22 potenzielle Standorte in Polen, Tschechien, Deutschland und der Schweiz ins Visier genommen. Für Schwerin hätten schließlich die erschlossenen Flächen, Fördermaßnahmen und niedrige Löhne im Vergleich zu Süddeutschland gesprochen. „Aber auch die hohe Lebensqualität in dieser Stadt, die Cafés, die Natur, die Schulen, waren ein wichtiges Argument. Unsere Mitarbeiter werden sich hier wohl fühlen. Wer hohe Leistungen bringt, braucht ein entsprechendes Umfeld zum Auftanken“, betonte Simon Michel.

80 000 Kubikmeter Erde werden jetzt bewegt, 15 000 Kubikmeter Beton und 2500 Tonnen Stahl verbaut auf dem Gelände in Süd. Im Sommer war es in die Schlagzeilen geraten, weil bei Munitionsräumungsarbeiten Nester von geschützten Vögeln gefunden wurden. Ein mehrwöchiger Baustopp war die Folge (SVZ berichtete).

Trotzdem liegt das Großprojekt im Plan: Der Rohbau soll im Juni fertig sein, die Mitarbeitersuche hat begonnen. Der Standort Schwerin soll Produktion, Lagerlogistik, Qualitätskontrolle und technischen Unterhalt beheimaten. Das Werk wird mit hochmodernen Reinräumen, Kunststoffspritzmaschinen, Bedruckungsanlagen und Montage- sowie Verpackungsautomaten ausgestattet.

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