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Schweriner Innenstadt : Großer Moor: Planung noch offen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ortsbeirat fühlt sich bei der Planung der Verwaltung ausgegrenzt. Anwohner organisieren sich in Interessenvertretung

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Es gibt reichlich Gegenwind für die Bauverwaltung, was die Pläne zur Erneuerung der Straße Großer Moor betreffen. Dem Stadtpräsidenten haben Anlieger jetzt die Gründung einer Interessengemeinschaft gegen das Bauvorhaben angezeigt. Und auch der Ortsbeirat ist besorgt, dass die Verwaltung komplett am Bürgerwunsch vorbei agiert.

„Über die Online-Befragung zum Thema sind wir nicht informiert worden. Die Informationsveranstaltung für die Bürger hat die Bauverwaltung ausgerechnet zeitgleich zu unserer Ortsbeiratssitzung anberaumt“, beklagt Ortsbeiratsvorsitzender Thomas Hartmann. Wertschätzung oder Dialog sähen anders aus.

Auch inhaltliche Zuarbeiten sieht der Ortsbeiratsvorsitzende nicht berücksichtigt. „Wir gehen als Ortsbeirat davon aus, dass der grundhafte Ausbau des Großen Moors tatsächlich notwendig ist. Also haben wir uns mit den drei von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten beschäftigt“, berichtet Thomas Hartmann. „Es wird uns aber der Eindruck vermittelt, dass es einerlei sei, für welche Variante wir uns aussprechen.“

Dabei hat die Ortsteilvertretung eine klare Meinung. Er plädiert für den Erhalt von 24 Bäumen und 80 Stellplätzen im Großen Moor. „Diese Variante stellt gegenüber der von der Verwaltung bevorzugten Variante nicht nur einen geringeren Eingriff in die Natur dar. Sie trägt auch dem Bedürfnis der Anwohner am ehesten Rechnung, möglichst viele der vorhandenen Stellplätze zu erhalten“, erklärt Thomas Hartmann. Aus Sicht des Ortsbeirats sollte die Verwaltung diese Variante daher bei der weiteren Planung ebenso ernsthaft in Betracht ziehen, wie eine intelligente Einbahnstraßenrege-lung – etwa im Abschnitt zwischen Grüner Straße und Burgstraße. Hierdurch könnten zusätzliche Stellplätze geschaffen werden, was zu einer Entlastung der Umwelt führen dürfte. „Je weniger Anwohner in den Abend-stunden parkplatzsuchend im Viertel herumfahren, desto geringer die Belastung durch Lärm und Abgase“, so Hartmann.

Die Bauverwaltung wird am Dienstag im Hauptausschuss keine Planungsvariante zur Abstimmung stellen. Sie will Anliegern und Hauseigentümern entgegenkommen. „Wie werden gemeinsam über Baudetails reden und unsere Satzung prüfen“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. So könnte ein Passus, dass der Große Moor eine besondere touristische Bedeutung hat, zu geringeren finanziellen Eigenleistungen der Grundstücksbesitzer führen.

Gebaut werden soll im Großen Moor im Übrigen in zwei Bauabschnitten. Nach Fertigstellung der Fußgängerzone soll im nächsten Jahr auf dem Schlachtermarkt gebaut werden, ehe 2019/2020 der zweite Bauabschnitt Großer Moor von der Bader- bis zur Werderstraße folgt.

Die letztliche Entscheidung über die Bauvariante trifft die Stadtvertretung.

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