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13. Dezember 2017 | 23:27 Uhr

Große Suche nach den Ursachen

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erstellt am 26.Okt.2012 | 12:16 Uhr

Schwerin | Beim Anblick der Schweriner Laufhalle bekommt man unweigerlich ein beklemmendes Gefühl. Alles ist verrußt und verformt. Lediglich die verkohlten Stabhochsprungstäbe, die noch immer an ihrem angestammten Platz in der Hallenecke liegen, können, mit viel Fantasie, noch als Sportgeräte ausgemacht werden. An ein Betreten oder gar eine sportliche Aktivität in der gesamten Halle ist nicht zu denken. Vielmehr droht alles komplett einzustürzen. Hunderte Sportler sind auf Schlag ihrer Sportstätte und ihrer Übungsgeräte beraubt und nun auf Hilfe angewiesen. Unsere Zeitung sammelt mit.

"Allein der - wahrscheinlich nicht versicherte - Schaden an den Sportgeräten beläuft sich nach ersten Berechnungen auf rund 170 000 Euro", so der Leiter der Leichtathletikabteilung des Schweriner Sportclubs, Gerd Wessig, der aktuell von einer Krisensitzung zur Nächsten eilt. "Die Hilfsbereitschaft ist enorm", so Wessig. So haben zum Beispiel neben den Leichtathletikstandorten Rostock und Neubrandenburg Vereine aus ganz Deutschland ihre Hilfe angeboten. Jetzt kommt es vor allem darauf an, diese sinnvoll zu organisieren. Lagerkapazitäten müssen angemietet und der Sportbetrieb umgeleitet werden. "Trotzdem versuchen wir im Moment das Leben der Athleten so normal wie möglich zu gestalten", so Wessig, der seine Tätigkeit als Selbstständiger für die nächsten Tage erstmal hinten anstellen wird.

Derweil gehen die Ursachenermittlungen weiter. Wie Schwerins Polizeisprecherin Madlen Fafczynski gestern mitteilte, habe die Kripo bereits Ermittlungen wegen Brandstiftung aufgenommen. Für endgültige Aussagen müsse aber noch das offizielle Gutachten abgewartet werden.

Dafür zuständig ist Peter Sealand, der hoffte, seine Untersuchungen als Brandermittler noch gestern abschließen zu können. Als freier Sachverständiger unterstützt er mit seiner Arbeit die Polizei. "Da die Ermittlungen aktuell noch laufen, darf ich allerdings noch nichts über die Ergebnisse sagen", so Sealand gegenüber unserer Redaktion. Er selbst ermittelt noch in alle Richtungen. Lediglich zum Zustand der Halle äußerte er sich konkret. "Die Stahlkonstruktion kann jederzeit zusammenbrechen", so Sealand. Das ist auch der Grund, warum der komplette Hallenbereich aktuell strengstens abgesperrt ist.

Vertreter der Versicherung erstellen derzeit eine Analyse. "Da wir aber noch kein gemeinsames Gespräch hatten, können wir noch nichts über den Abriss oder einen Neubau sagen", berichtete Ulrich Schmitt, Leiter des Schweriner Amtes für Jugend, Schule und Sport. Das Areal der abgebrannten Laufhalle werde vorerst "vernünftig gesichert", ein kompletter Abriss nach Lage der Dinge wohl unumgänglich. "Parallel suchen wir nach Trainingsmöglichkeiten für die Schüler des Sportgymnasiums und die Vereinssportler", ergänzt Schmitt. "Wir sind auf einem guten Weg."

Damit die Leichtathleten auf diesem bleiben können, wurde zusammen mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ein Spendenkonto eingerichtet (siehe links). Spenden in Höhe von 2000 Euro vom Leichtathletik-Landesverband und 5000 Euro von der Sparkasse-Stiftung waren bereits gestern Mittag eingegangen. Ein guter Anfang.

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