Schweriner Industriebrache : Große Pläne für ein Denkmal

Auf dem Gelände des früheren KIW Vorwärts trafen sich jedes Jahr die Oldtimer-Fans.
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Auf dem Gelände des früheren KIW Vorwärts trafen sich jedes Jahr die Oldtimer-Fans.

Es gab schon viele Ideen für das Vorwärts-Gelände – jetzt sind Wohnungen, Gewerbe und sogar ein Filmstudio im Gespräch

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04. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck an einem Wertgutachten für das ehemalige Vorwärts-Betriebsgelände am Mittelweg. „Das hat oberste Priorität“, sagte ein Sprecher. Denn die Stadt hofft, die Immobilie endlich loszuwerden.

Seit 1997 rotten die Hallen am Mittelweg vor sich hin. Nach der Abwicklung des Kraftfahrzeuginstandsetzungswerkes fand sich kein potenter Investor, der neues Leben in die denkmalgeschützten Gebäude brachte. Jetzt gibt es gleich drei Interessenten für das gut viereinhalb Hektar große Areal, teilte Oberbürgermeister Rico Badenschier mit (SVZ berichtete). Nur einen davon schätzte er als sehr vertrauenswürdig ein, weil der Investor in Schwerin schon „sehr erfolgreich“ arbeite.

Nach Informationen der SVZ handelt es sich dabei um Ulrich Bunnemann. Der Architekt und Bauunternehmer gestaltet aktuell die Alte Brauerei am Ziegelsee und die Schwimmhalle am Fliederberg um. Er will in dem ab 1948 errichteten Komplex eine Kombination von Wohnen und Gewerbe unterbringen.

Ein weiterer Interessent ist Künstler. Er hat nach eigenem Bekunden gegenüber der Stadt sehr gute Beziehungen zu Filmproduzenten in London und möchte in den Vorwärts-Hallen Filmstudios unterbringen. Der Dritte hat seine Pläne offenbar noch nicht sehr konkret geäußert.

Seit Jahren versucht die Stadt, das Vorwärts-Gelände an den Mann zu bringen. Vor zwei Jahren hat sie das Gelände sogar auf der bedeutendsten deutschen Immobilienmesse, der Expo Real in München, angeboten. Und es fanden sich in den vergangenen zehn Jahren auch Interessenten. Mal wollte ein Investor eine Solarzellen-Produktion in den historischen Hallen aufziehen, mal wollte der IFA-Verein die Hallen übernehmen und selbst nutzen. Die Auto-Liebhaber organisierten jahrelang Oldtimer-Treffen am Mittelweg.

Auch Handwerksbetriebe sollten schon einziehen. Doch bisher haben sich alle Ideen zerschlagen, wenn es um konkrete Konzepte und Finanzierungen ging.

Das ist auch der Grund, weshalb jetzt ein Wertgutachten erstellt wird. Das ist die Basis für eine Ausschreibung. Denn jetzt gibt es eine besondere Situation: Zur selben Zeit melden sich drei mögliche Investoren.

Die Ausschreibung hat mehrere Funktionen. Zum einen müssen die Interessenten ihre Konzepte inklusive Finanzierung vorlegen. Daraus wollen die Verantwortlichen der Stadt schon mal Schlüsse ziehen, wie ernst es die potenziellen Käufer meinen und was ihnen das Gelände des früheren KIW Vorwärts wert ist. Der offizielle Verkehrswert des Geländes wird mit dem Gutachten ermittelt und dient als Gradmesser.

Bis in die Vorwärts-Hallen wieder neues Leben einzieht, wird es allerdings noch etwas dauern – egal, an wen letztlich verkauft wird. Denn nach den Verkaufsverhandlungen muss zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Vielleicht 2020 könnte dann das große Bauen tatsächlich losgehen, schätzen Experten.

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