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Trecker Treck in Banzkow : Größer, höher, weiter und lauter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beim 20. Trecker Treck am Banzkower Neddelrad drückten mehr als 100 Starter aufs Gaspedal und kämpften um jeden Zentimeter

Der Turbolader pfeift in den höchsten Tönen, die Motoren dröhnen, einige jaulen laut auf. Dem Laien blutet das Herz – dem landwirtschaftlichen Sportfreund geht es auf. Letzter kam beim diesjährigen Trecker Treck im Neddelrad bei Banzkow wieder voll auf seine Kosten. Zum 20. Mal kämpften 120 Fahrer in 19 Klassen um die längste Strecke. Im besten Fall schafften sie es je nach Klasse den 1,5 bis 22 Tonnen schweren Bremsschlitten bis ans Ende der 80 Meter langen Strecke zu ziehen – den so genannten „Full Pull“.

Was mit bloßen Worten simpel klingt und in Wahrheit ein echter Kraftakt für die Maschinen und eine Nervenprobe für so manchen Fahrer war, lockte an diesem Pfingstwochenende wieder Tausende. Bei einstelligen Temperaturen, eisigem Wind und Regen säumten sie die Bande der Rennbahn. Stundenlang. Schon am Sonnabendabend verfolgten hunderte Gäste gespannt jeden einzelnen Starter. Es wurde angefeuert, gejubelt und auch mitgelitten. Denn nicht jedem Pulling-Teilnehmer war das Glück stets hold. „Ich wollte zum Start rollen und dann Knallpanne. Beide Vorderreifen futsch“, sagt Maikel Goosmann aus Kalkhorst bei Boltenhagen. Ersatzräder hatte er nicht dabei. Dafür aber nette Mitstreiter. „Ruckzuck hat man mir ausgeholfen“, sagt der 36-Jährige dankbar, als er sich zum zweiten Mal auf den Weg zum Start macht.

Denn auch das macht Trecker-Treck aus: „Auf der Bahn sind sie die stärksten Konkurrenten, aber im Camp die besten Freunde“, bringt es Mit-Organisator Dieter Götting auf den Punkt. Aber Goosmann war nicht der einzige „Pechvogel“ am Sonnabend – bei Martin Hopp vom Team „Lewitzbullen“ war es ein kleiner Bolzen an der Kupplung, der nur einen Meter vor dem Start für den Bahlenhüschener das Aus bedeute. „Kam man nix machen“, sagte er und war abends noch überzeugt, nicht mehr zu schrauben. Am Sonntagmorgen sprang er aber schon um halb sechs aus dem Bett, um seinen „Lewitzbullen“ wieder flott zu machen. Mit Erfolg. Sein feuerroter „Lewitzbulle“ zog den Bremswagen 55 Meter. Aber außerhalb der Wertung, denn sein Traktor war zu schwer, um in entsprechender Klasse zu starten. Sein Kompagnon Paul Niemann sicherte sich mit seinem ZT, dem zweiten „Lewitzbullen“, in der Sport-Klasse den Sieg. Die Freude war so groß – sie reichte für das gesamte Team.

Groß war auch die Begeisterung von David Mindermann. Er war mit Frau Anett und Sohn Lucan aus Reno im US-Bundesstaat Nevada angereist. „It’s amazing“, platzt es aus ihm heraus. Erstaunlich fand er nicht nur die alten, kraftvollen Maschinen, sondern auch den Ehrgeiz der Starter. Die drei Amerikaner besuchen die Familie in Brüsewitz. Alle zwei Jahre fliegen sie nach Deutschland. 2018 sind sie wieder dabei. Die „Lewitzbullen“ und die anderen mehr als 100 Starter haben versprochen, schon 2017 wieder da zu sein.

 

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erstellt am 16.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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