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Altes Handwerk in der Waldlewitz : Grillkohle heiß begehrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bahlenhüschen erlebte fünftes Köhlerfest

von
erstellt am 23.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Das Köhlerfest auf dem Forsthof von Bahlenhüschen ist vom Geheimtipp zum Publikumsmagneten geworden: 2004 gab es die Premiere, gestern stieg die fünfte Auflage. Und allein die lockte gestern mehr als 1000 Besucher an. „Ich finde es toll, dass man hier etwas über das Köhlern erfährt“, sagte Christiane Wopath aus Pampow. Und ihr Mann Rudolf ergänzte: „Vor allem von Leuten, die dieses alte Handwerk noch heute beherrschen und ausführen.“ Hartmut Thienen und Klaus Benze von Harzer Köhlerverein erläuterten den Gästen, was seit dem 10. Mai passiert ist. Die Köhler und die Gastgeber vom Förderverein für die Forstscheune Bahlenhüschen mussten 22 Raummeter Buchholz zum Meiler aufschichten. Geschlagen wurde das Holz bereits im Winter von den Förstern der Waldlewitz ganz in der Nähe des Forsthofes. Die Vereinsmitglieder mussten es kaufen, die Stämme spalten und auf Länge schneiden, damit daraus Grillkohle werden kann.

Schon zum Anzünden des Meilers am 12. Mai fanden sich mehr als 100 Schaulustige ein. „Und der Strom der Gäste riss niemals ab“, erzählte Vereinschef Christian Lange. Kindergarten-Gruppen, Schulklassen, Radfahrer und zu Pfingsten viele Ausflügler zog es nach Bahlenhüschen. Alle wollten den qualmenden Meiler sehen, etwas über das Handwerk erfahren. „Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team“, lobte Thienen die Mitstreiter vom Verein. Vor allem Reinhard Grübner ist dem Köhler tüchtig zur Hand gegangen. Doch Teamarbeit war nötig, um alle Nachtschichten abzusichern und tagsüber die Fragen der Besucher zu beantworten.

Am Sonnabend ging es dann an die Ernte. „Das Wetter spielte in diesem Jahr mit, deshalb haben wir das an einem Tag durchgezogen“, erzählte Thienen. 1,8 Tonnen Kohle war das Ergebnis. „Wieder in sehr guter Qualität.“ Und genau das hat sich längst rumgesprochen: Alle 180 Säcke waren gestern nach nicht einmal einer Stunde verkauft. „Das hatten wir so noch nie“, stellte Lange fest. Christiane und Rudolf Wopath fanden das schade, denn auch sie bekamen keine Grillkohle aus der Waldlewitz mehr ab. Doch auch nach dem Verkauf ging es auf der Festwiese hoch her: Stände mit regionalen Produkten, darunter viele aus dem Wald, luden ein. Die Jagdhornbläser aus Bahlenhüschen und Spielstände sorgten für Kurzweil. Die Jäger aus der Waldlewitz grillten ein Wildschwein am Spieß. Bis zum Abend herrschte großer Andrang auf dem Forsthof.

Dort steigen übrigens in den letzter Woche vor den Sommerferien Umwelttage. Die 34 Mitglieder des Vereins bringen Kindern dann den Wald, Kräuter, Bienen und noch mehr Natur nahe. Auch das sechste Köhlerfest steht schon auf der Agenda: „Wenn alle wieder mitziehen, soll das in zwei Jahren stattfinden“, blickt Christian Lange voraus. Das wäre ein gutes Jahr für die Neuauflage des Köhlerfestes, denn 2018 feiert Bahlenhüschen seinen 300. Geburtstag.

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