Sport : Griechen lieben Schwerin

Zukunft in der Landeshauptstadt: Teo und Elena Evangelidis sind von den Schwerinern begeistert.
Zukunft in der Landeshauptstadt: Teo und Elena Evangelidis sind von den Schwerinern begeistert.

Die Geschwister Teo und Elena Evangelidis spielen für die Handball-Mannschaften der Landeshauptstadt

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21. Dezember 2014, 16:00 Uhr

„Schwerin ist eine schöne Stadt und die Leute hier sind auch super nett. Es ist schön hier zu leben“, sagt Handballer Teo Evangelidis vom SV Mecklenburg Schwerin. Seit anderthalb Jahren ist er nun schon ein Schweriner Stier und lebt seitdem in der Landeshauptstadt. Im Juli 2013 wechselte er von den Handballfreunden Springe zum SV Mecklenburg. „Als Handballer ist es ein Traum, in der deutschen Bundesliga zu spielen. Das Niveau ist hier sehr hoch – es ist die beste Handballliga der Welt“, so der 27-Jährige. Einen sportlichen Traum hat sich der Wahl-Schweriner bereits erfüllt: Er spielte bei der Weltmeisterschaft für die griechische Nationalmannschaft. „Ich bin sehr stolz darauf, für mein Land spielen zu dürfen. Das ist das absolut größte für einen Spieler.“

Seine Schwester Elena spielt ebenfalls in Schwerin, bei den grün-weißen Handballdamen. Sie ist vor allem wegen ihrem Bruder nach Schwerin gezogen – und wegen des guten Angebots des Vereins. „Ich kann hier nicht nur Handballspielen, sondern auch eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen. Das war eine einmalige Chance für mich, die ich nutzen musste“, sagt die 25 Jahre alte Hellenin.

Für beide stellte vor allem die deutsche Sprache eine Hürde dar: „Wir kamen beide ohne Vorkenntnisse nach Deutschland“, sagt Elena. Für sie sei es einfach gewesen, da sie zusätzlich zur Ausbildung bei der Sprachakademie die Möglichkeit hat, einen Deutschkurs zu besuchen. Für Teo war dies schwerer: „Ich bin Profi und mache nebenbei keine Ausbildung, deswegen hatte ich so ein Angebot nicht. Der Trainer hat von mir verlangt von Anfang an Deutsch zu sprechen.“ Das sei erst einschüchternd für ihn gewesen, aber jetzt habe es ihm geholfen, sich schneller zurecht zu finden. Er hat seine Kenntnisse durch Gespräche mit seinen Mitspielern.

Unterstützung bekamen die Geschwister von Dimitri Gianiki, Leiter des Hermes-Restaurants. „Wir essen ganz oft in dem Restaurant. Und als wir uns auf das Leben hier einstellen mussten und uns ummelden mussten und so weiter, stand er uns mit Rat und Tat zur Seite. Die Leute dort sind zu einer neuen Familie für uns geworden“, sagt Teo. Und sie könne dann mal wieder heimische Kost probieren.

Dennoch plagt auch die beiden Hellenen das Heimweh. Ihre Eltern leben weiterhin in Griechenland und kommen aufgrund der Flugangst der Mutter nicht oft zu Besuch. „Deswegen fliegen wir so oft es geht in die Heimat. Es ist ziemlich schwer, so weit entfernt von unserer Familie zu leben“, sagt Teo. Zu Weihnachten fliegen beide nach Hause. Auch wenn sie sich sehr auf ihren Besuch in der Heimat freuen, so können sich beide eine Zukunft in Schwerin vorstellen: „Ich habe Angebote, als Sportlehrer an Grundschulen zu arbeiten“, sagt Teo hoffnungsvoll. Und auch seine Schwester möchte nach ihrer Ausbildung als Bürokauffrau weiter tätig sein.

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