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Theater verbindet : Grass fesselt Schüler und Senioren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf den Spuren der Blechtrommel: Nach der generationsübergreifenden Danzig-Exkursion wird nun gemeinsam Theater gespielt

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Grass verbindet. Senioren der Volkshochschule „Ehm Welk“ und Schülerinnen des Tanztheaters Lysistrate haben sich im Sommer gemeinsam auf Spurensuche des Literatur-Nobelpreisträgers in dessen Geburtsstadt Danzig begeben, haben dort gemeinsam litaraturgeschichtsträchtige Orte besucht, darüber diskutiert und gemeinsame künstlerische Erlebnisse genossen. Das alles war so spannend und befruchtend, dass auch nach dem Ende der Exkursion nicht Schluss sein soll mit generationsübergreifenden Aktivitäten. Und so treffen sich derzeit allwöchentlich acht Schüler und elf Erwachsene, um ein Theaterprojekt an der Schnittstelle mehrerer Künste – Musik, Tanz, Film, Schauspiel, Fotografie – zu erarbeiten.

Knisternde Stille herrscht auf der Probebühne im Foyer der Aula des Goethegymnasiums, bis rhythmische Trommelschläge ertönen. Aus dem Hintergrund treten zum Klang der Blechtrommel abwechselnd Schülerinnen und Senioren nach vorn, stellen sich mit drei, vier markanten Sätzen souverän und sicher vor, nehmen dann auf individuelle Weise auf den im Raum verteilten Stühlen Platz. Und schon wechselt der Rhythmus, die Akteure schreiten durch den Raum, treffen aufeinander mit Augenkontakt, heben den Blick, verharren kurz und wieder wechselt die Szenerie. Nun improvisiert Trommlerin Clara. Zwischendurch ertönt die Stimme von Silke Gerhardt, der Leiterin des Tanztheaters Lysistrate, mit Regieanweisungen.

„Ich habe eine Idee im Kopf, eine klare Vorstellung, was ich erzählen will“, erläutert sie. „Auf dem Weg dahin gibt es verschiedene Ausdrucksformen. Das ist Raum für Individualität. Was die Akteure anbieten, nehme ich auf. Das macht die Inszenierung spannungsreich“, erklärt die Regisseurin.

Und es funktioniert. „Das ist schon ungewöhnlich, so zu arbeiten. Sonst sind wir ja meist nur unter Gleichaltrigen“, sagt Trommlerin Clara. „Ein bisschen aufgeregt bin ich deshalb schon.“

Susanne Kapellusch, eine der Erwachsenen aus der mittleren Generation, findet das Projekt genauso interessant wie die Jugendlichen und die Senioren. „Grass verbindet tatsächlich Generationen“, sagt sie. „In der Gruppe wurden viele Fragen gestellt und Antworten diskutiert. Das macht Spaß und ist total spannend.“

Günter Grass selbst, mit dem Schwerins Kulturbüro-Leiterin Marita Schwabe in regelmäßigem Kontakt steht, interessiert sich sehr für das Projekt. „Er hat bereits versprochen, sich das Stück unbedingt anzuschauen“, erzählt Schwabe. Man suche nun nach einem geeigneten Termin.

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