Wahlkampf? : Gramkow verteilt Eigen-Werbung

So wirbt Angelika Gramkow in eigener Sache.  Repro: SVZ
So wirbt Angelika Gramkow in eigener Sache. Repro: SVZ

Ein „persönlicher Bürgerbrief“ der Oberbürgermeisterin mitten im Kommunalwahlkampf sorgt für Diskussionen in der Stadtpolitik.

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15. März 2014, 08:00 Uhr

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat einen „persönlichen Bürgerbrief“ an 20 000 Haushalte in der Stadt verteilt. Darin zieht sie eine Bilanz nach fünf Jahren ihrer Amtszeit. „Ich wollte nur das Schöne darstellen“, so Gramkow. Dass das Papier jetzt in Umlauf gebracht wurde, habe nichts mit dem Kommunalwahlkampf zu tun.

Daran zweifelt der Fraktionsvorsitzende der SPD/Grünen, Daniel Meslien: „In meinen Augen ist der Flyer ein schlecht getarnter Wahlkampftrick der Schweriner Linken.“ Ähnlich äußert sich CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers: „Kurz vor der Kommunalwahl hätte ich mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Der Werbe-Flyer hat natürlich ein Geschmäckle.“

Es taucht vor allem die Frage auf, wer den Flyer bezahlt hat. „Erstellt und verteilt habe ich ihn gemeinsam mit Freunden“, sagt Angelika Gramkow. „Den Druck habe ich selbst mit 5000 Euro bezahlt.“ Aber immerhin: In ihrem privaten Flyer hat Angelika Gramkow auch Fotos der städtischen Pressestelle verwendet. Und die helfenden Freunde sind offenbar die Mitglieder der Links-Partei. Deren Kreisvorsitzender Peter Brill schreibt jedenfalls an die Genossen: „Eine Zwischenabrechnung nach fünf Jahren Arbeit unserer Oberbürgermeisterin soll möglichst in alle Haushalte. Hier bitte ich alle um ihre aktive Unterstützung. Gemeinsam können wir es schaffen, auch in den letzten Monaten vor der Kommunalwahl unsere erfolgreiche Arbeit fortzusetzen und zu intensivieren.“ Und so sagt denn auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gerd Böttger: „Der persönliche Bürgerbrief der Oberbürgermeisterin zeugt von großer Bürgernähe. Ich kann nur sagen: Gute Idee und gut gemacht.“

Der Chef der Unabhängigen Bürger, Silvio Horn, dagegen kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Dieses Handzettelchen ist inhaltlich und gestalterisch so dürftig, dass sich jeder Kommentar dazu verbietet.“

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