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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 04:24 Uhr

Schwerins Straßen : Gramkow soll Machtwort sprechen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Hagenower Straße ist Thema in der Stadtvertretung: Der Ortsbeirat fordert, die Pläne zur Verkehrsberuhigung endlich umzusetzen

von
erstellt am 18.Apr.2016 | 08:00 Uhr

In der Gartenstadt macht der Ortsbeirat jetzt Ernst: Mit einem Antrag in der heutigen Stadtvertreter-Sitzung will er Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) auffordern, die vorgesehenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Hagenower Straße schnellstmöglich und in einem Rutsch umzusetzen. „Der Lärm und die Erschütterungen sind unerträglich“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Daniel Meslien (SPD). Obwohl gute Vorschläge zur Lösung des Problems auf dem Tisch lägen, müssten die Anwohner leiden.

Und Meslien, zugleich SPD-Fraktionschef in der Stadtvertretung, hat auch einen Schuldigen ausgemacht: Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU). Nottebaum blockiere die Maßnahmen, die die Verwaltung zum Jahresbeginn angekündigt habe, um den Durchgangsverkehr in der gepflasterten Hagenower Straße zu reduzieren, kritisiert Meslien.

Doch diesen Schuh will sich der Dezernent nicht anziehen. Von Blockade könne keine Rede sein, betont Nottebaum. „Es geht darum, zunächst den Probetrieb der Buslinie 7, halb über die Mettenheimer, halb über die Hagenower Straße, bis Oktober abzuwarten, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden.“ Zudem stünden noch die Stellungnahmen wichtiger Wirtschaftsbetriebe in der Hagenower Straße aus, so der Dezernent.

Nottebaum seien die Interessen der Wirtschaft wichtiger als die Interessen der vielen Anwohner und der Kinder in den beiden Kitas an der Hauptstraße, wettert Meslien. „Wir erwarten jetzt ein Machtwort von der Oberbürgermeisterin und der Stadtpolitik“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende.

Frust und Enttäuschung bei den Anwohnern seien groß, berichtet Meslien. Die Bürgerinitiative, die seit Jahren für die Einführung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen kämpfe, habe ebenfalls jegliche Geduld verloren. „Seit Ostern sammeln die Mitglieder Unterschriften, um die Stadtspitze und Verkehrspolitiker für das Thema zu gewinnen“, so der Ortsbeiratschef. In den kommenden Wochen seien weitere Aktionen geplant, falls sich die Situation nicht bessere.

Um die Hagenower Straße zu beruhigen, hatte die Fachverwaltung nach Angaben von Meslien unter anderem vorgeschlagen, zukünftig das halbseitige Parken auf dem gepflasterten Teil der Straße zu ermöglichen. Vor den beiden Kitas seien mehrere Parkplätze vorgesehen. „Die Tempo-30-Zone soll bis zur Bereitschaftspolizei verlängert werden, die Fahrbahn sich dort ergänzend verengen“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende. Durch neue Verkehrsschilder solle außerdem der Bereich zwischen dem Püsserkrug und dem Technologiezentrum für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

„Es wird Zeit, dass die jahrelangen Versprechungen endlich umgesetzt werden“, sagt Meslien, der sich freilich keine Illusionen macht. In der Stadtvertreter-Sitzung, Beginn heute um 17 Uhr im Rathaus, werde der Antrag des Ortsbeirates nach der bereits vorliegenden ablehnenden Stellungnahme der Verwaltung voraussichtlich in den Fachausschuss verwiesen. „Aber auch damit wären wir einen Schritt weiter“, so der Ortsbeiratschef.


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