Nachgehakt : Gramkow für ein Jugendparlament

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow
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Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow

Schweriner Schüler Birger Funk sprach für SVZ mit der Oberbürgermeisterin über Möglichkeiten der Jugend, sich politische einzubringen

svz.de von
18. Juli 2014, 16:00 Uhr

Schüler machen Zeitung. Das medienpolitische Projekt „Zeitung in der Schule“ macht wie die jungen Autoren Ferien. Kurz davor sprach der Schüler Birger Funk mit Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow über die Stadt, ihre Jugendlichen und die Chance, sich einzubringen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für Jugendliche in der Politik?
Gramkow: Ich sehe viele Möglichkeiten für Jugendliche. Sie nutzen diese aber überwiegend nicht. Ich wünsche mir, dass mehr Jugendliche von dem Wahlrecht ab 16 Gebrauch machen.
Was halten Sie grundsätzlich von einem Jugendparlament?
Schwerin hatte schon 2011 vor, ein Jugendparlament einzurichten. Das Problem war aber, dass wir keine oder zuwenig Kinder gefunden haben, die sich dazu bereit erklärt haben. Der Stadtjugendring hat versucht, in den einzelnen Vereinen Werbung zu machen und Teilnehmer zu finden, aber leider ohne großen Erfolg. Wir haben auch versucht, die Idee an die Schulen heranzuführen durch Diskussionen mit dem Stadtschülerrat oder Bereitstellung von Plakaten zum Werben.
Ich habe als Schüler nichts mitbekommen. Dürfte das Jugendparlament auch Entscheidungen fassen oder nur Vorschläge einreichen?
Der Jugendrat sollte auf jeden Fall Beschlüsse fassen. Nur er sollte es dort tun, wo er sozusagen seinen politischen Themenbereich hat, dass heißt also nur, wenn es darum geht, neue Spielplätze zu bauen oder Ähnliches. Und nicht wo es um viel Geld geht.
Wie bekommt man mehr Kinder politisch aktiviert und muss man vielleicht das Wahlalter nochmals senken?
Das Wahlalter wird auf keinen Fall noch einmal gesenkt. Aber was man tun kann, ist das Wahlalter von 16 in der Kommune und 18 im Land wie im Bundestag überall auf 16 zu senken und somit den Jugendlichen zeigen, dass sie auch auf nationaler Ebene ihre Meinung oder Stimme einbringen können und sollen.
Noch zu einem anderen Thema: Sollten die Parteien in den Schulen über die NPD aufklären?
Wir als Stadt kämpfen gegen die NPD mit dem Aktionsbündnis. Wir haben es durch dieses Bündnis geschafft, dass sich die NPD nicht ein-mal mehr für die Kommunalwahlen aufstellen lassen hat. Ich bin persönlich für ein NPD-Verbot und möchte auch, dass dies durchgesetzt wird. Das große Problem ist aber das wir keine Einflüsse auf die Schulen haben und somit auch nicht viel aufklären können.
Jetzt zur letzen Frage: Wie kann man ihrer Meinung nach die Jugendlichen dazu bringen, in Parteien einzutreten und diese politische Jugend dann zu fordern?
Die Jugend sollte feststellen können, dass ihre Anliegen Ernst genommen werden und auch sichtbare Ergebnisse bringen. Den Jugendlichen muss auch gezeigt und klargemacht werden, dass der Staat und die Kommune viel für die Jugend macht, beispielsweise neue Sportplätze bauen lässt oder ein neues Jugendzentrum in Betrieb nimmt. Aber was ich auch wichtig finde, ist, dass nicht ohne Grund gemeckert wird, sondern dass man den Grund nennt und zu mir in die Sprechstunden kommt und es mit mir bespricht.

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