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Grambow : Grambower Fusionspläne: Straßenbau auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Falls Grambow durch eine Gemeindefusion den Landkreis wechselt, will Nordwestmecklenburg sein Geld zurück

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Der Ausbau der Kreisstraße von Grambow bis zur Kreisgrenze in Richtung Wittenförden ist lange beschlossene Sache. Der Radweg bereits gebaut. Die Sanierung der bislang maroden Fahrbahn soll noch in diesem Jahr beginnen. Und auch der Start für den Ausbau der Ortsdurchfahrt durch den Grambower Ortsteil Wodenhof steht auf der Jahresplanung und im Haushalt des Nordwestkreises. Doch beide Projekte könnten noch scheitern oder verschoben werden.

Hintergrund dafür ist der Wunsch vieler Grambower, dass sich ihre Gemeinde mit dem Nachbarn Wittenförden zusammentut. Dieses Thema steht in der kommenden Woche im Kreistag von Nordwestmecklenburg auf die Tagesordnung. Bis Ende August will Landrätin Kerstin Weiss eine „verbindliche“ Aussage von der Gemeinde Grambow haben, ob es zur Fusion mit Wittenförden und damit zum Amts- und Kreiswechsel kommt. Denn möglicher Wechsel zu Ludwigslust-Parchim bringt die Kreisspitze von Nordwestmecklenburg in die Zwickmühle. Vor allem im Bauausschuss des Kreistag machte sich Unmut breit, dass der Nordwesten Geld in Straßen steckt, die bald zum Nachbarkreis gehören könnten.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Straße saniert werden müssen“, betont Vize-Landrat Mathias Diederich auf Nachfrage unserer Redaktion. Doch die Verwaltungsspitze aus dem Nordwesten sieht sich in der Pflicht, die Eigenmittel des Kreises zu sichern. Daher ist als Ergänzung zum Antrag hinzugefügt, dass mit der Verwaltung in Parchim geredet werden soll, ob im Falle eines Grambower Kreiswechsels Ludwigslust-Parchim dieses Kosten übernimmt. Das Parchimer Landratsamt ist gesprächsbereit, dort werden keine unüberwindbaren Hindernisse gesehen, „Wir benötigen diesen Beschluss aber jetzt, um diese Gespräche führen zu können“, fügt Diederich an. Die Sitzung des Kreistags Nordwestmecklenburg findet am Donnerstag, 6.  Juli, in der Grevesmühlener Malzfabrik statt. Beginn ist um 17 Uhr.

Der Vizelandrat Diederich kann derzeit aber nicht ausschließen, dass die Straßenbauprojekte noch scheitern.

Für den Straßenbau von Grambow in Richtung Wittenförden sind 2,7 Millionen Euro veranschlagt, etwa die Hälfte davon sind Eigenmittel des Nordwestkreises. Gebaut werden soll eigentlich im Herbst und in den nächsten beiden Jahren. Das Projekt Wodenhof kam erst Ende vorigen Jahren hinzu. Weil der Sanierungsbedarf an Straßen und Brücken enorm groß ist, machte der Kreistag ein paar Millionen Euro zusätzlich locker. 765 000 Euro davon für die Ortsdurchfahrt Wodenhof, komplett aus der Kreiskasse.

Für Grambows Bürgermeister Andreas Possekel kommt dieser Vorstoß der Kreisspitze völlig überraschend und zur Unzeit. „Mit uns hat darüber niemand geredet“, betont Possekel. Die Gemeindevertreter wollen erst im Herbst gemeinsam mit ihren Bürgern entscheiden, ob sie zu Wittenförden gehen, selbstständig bleiben oder sich Brüsewitz anschließen. „Alle drei Varianten sind möglich, die Entscheidung offen“, betont Possekel.

Vom Tisch ist indes der Vorschlag der Brüsewitzer, den Grambowern zu helfen und ihren die Hälfte ihrer Schulden über einen zinslosen Kredit zur Verfügung zu stellen. Das lehnt die Rechtsaufsicht des Kreises ab.

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