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Streit in Godern : Goderner Strand bleibt heißes Eisen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einwohnerversammlung bietet Zündstoff: Vorschläge der Projektgruppe treffen nicht bei allen Bürgern der Gemeinde auf Wohlwollen

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 08:00 Uhr

So vielfältig wie die Ideen für eine Umgestaltung des Goderner Strands sind auch die Argumente gegen eine erweiterte Nutzung. Doch allem bisherigen Gegenwind zum Trotz, haben sich engagierte Einwohner der Gemeinde zusammengefunden und sich Gedanken gemacht. Unter dem Titel „Projektgruppe Goderner Strand“ stellte Danila Lemmer-Helms am Mittwochabend das Konzept der elfköpfigen Projektgruppe während einer Einwohnerversammlung im Goderner Feuerwehrhaus vor. Gemeinsames Ziel sei es, den Strand als kulturelles Zentrum des Dorfteils zu entwickeln. So soll die Attraktivität des Strandes gehalten, wenn nicht sogar gesteigert werden. „Das soll aber behutsam und sinnvoll passieren“, betonte Lemmer-Helms. Ihre Bestandsaufnahme fiel recht schmal aus. Es gibt zwei Kiosk-Betriebe, ein Toilettenhaus, ein Spielgerät und ein Volleyballnetz. Die Gebäude seien in die Jahre gekommen und beim Rest sei ebenso Luft nach oben.

Neben der Attraktivität des Strands habe die Projektgruppe besonders die Betreiber-Frage im Blick. Der jetzige Strandpächter Wilfried Thalmann werde das Geschäft in zwei Jahren aufgeben. Ein Nachfolger würde für den Ist-Stand der Gebäude keine neue Betriebserlaubnis bekommen, sagte Bürgermeister Andreas Zapf. „Es kommt auch nur ein Pächter, wenn der die Aussicht hat, auf dem Gelände Geld zu verdienen“, ergänzte Daniela Lemmer-Helms. Um auch den Einnahmen-Zeitraum zu erweitern, hat sich die Projektgruppe intensiv mit Wohnmobilstellplätzen auseinandergesetzt. Acht stehen im Projekt-Entwurf. Entsprechende Erweiterungen der sanitären Anlagen kämen hinzu. Ebenso wurde über einen Pavillon geredet. Erste Planzahlen für einen Bau vergleichbar mit dem am Sternberger See gab es: Die Baukosten liegen bei 185 000 Euro. Die Projektgruppe teilt ihre Ideen in kurz- und langfristige Ziel, – im Blick hat sie dabei die nächsten fünf Jahre. Danila Lemmer-Helms erklärte mehrfach, dass es sich um Vorschläge handle. Lediglich den Bau einer Boulebahn würden sie so schnell wie möglich umsetzen wollen. Für die weitreichenden Planungen, wie das Ja oder Nein zu Wohnmobilstellplätzen, Neubau eines Strandcafés oder Einrichtung eines kostenpflichtigen Parkplatzes, werde es noch vieler weiterer Planungsrunden bedürfen, erklärte unter anderem Gemeindevertreter und Projektgruppenmitglied Volker Helms.

Für einige Einwohner war das jedoch Grund genug für Revolte: „Wir wollen nicht, dass der Strand zugebaut wird. Es war 100 Jahre gut so, wie es jetzt ist, und so kann es bleiben“, wetterte ein Einwohner aus der letzten Reihe. Einige stimmten kopfnickend zu, andere machten ihrem Unmut über die Pläne lauthals Luft. Es gab ebenso Protest gegen die Projektgruppe als solche. Einige Einwohner fühlten sich nicht mitgenommen, wollten gefragt werden. Volker Helms erklärte, dass sich die Gruppe mehr oder minder selbst gefunden hätte. „Es sind Mitglieder, die zu Ausschusssitzungen oder in die Sprechstunde kamen. Das Team kann jederzeit erweitert werden “, lud er alle ein, sich zu beteiligen.

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