Uelitz : Glückliche Uelitzer auf Zeitreise

Mit alter Landtechnik ging es durchs Dorf: So bekamen die Besucher einen kleinen Einblick in die 800 Jahre alte Geschichte von Uelitz. Manfred Werner präsentierte stolz seinen Deutz aus dem Jahr 1959.  Fotos: Thorsten Meier
Mit alter Landtechnik ging es durchs Dorf: So bekamen die Besucher einen kleinen Einblick in die 800 Jahre alte Geschichte von Uelitz. Manfred Werner präsentierte stolz seinen Deutz aus dem Jahr 1959.

Einwohner und Gäste nahmen an Jubiläumsfeier zu „800 Jahre“ teil. Bürgermeister Meyer verrät, wie er einst im Ort landete

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18. Juni 2018, 05:00 Uhr

Er sei durch puren Zufall in Uelitz gelandet, erinnert sich Bürgermeister Klaus-Otto Meyer. „Eigentlich war es die etwa 150 Jahre alte Eiche vorm Haus, die mich sofort in ihren Bann gezogen hatte. Sie stand in vollem Laub und war wunderschön. Das Haus dahinter war eine Ruine, das hat uns aber nicht abgeschreckt“, berichtet der 58-Jährige weiter, der seit 1994 Bürgermeister des 441-Seelendorfes ist. Und das gerne, wie er gesteht. „Wir hatten ein Haus gesucht und es hier gefunden. Gefunden haben wir aber auch einen Zusammenhalt, der nicht mehr allerorts üblich ist. Und viele nette Leute. Dieser Ort war ein absoluter Glücksgriff“, gesteht Meyer, der zu den rund 35 Prozent Zugezogenen gehört.

„Im Dorf sind fast alle Hauseigentümer, da herrscht ein ganz anderes Denken vor. Denn Privatbesitz verpflichtet.“ Das Durchschnittsalter in der Gemeinde beziffert Meyer auf 42 Jahre und hofft, dass die Zahl der Einwohner, besonders der jungen, bis Jahresende auf vielleicht 450 angestiegen ist. Seit 1997 habe die Kommune 50 Bauplätze ausgewiesen. Bis auf sieben seien alle bereits verkauft. „Allein in diesem Jahr haben wir fünf veräußert.“

Und die Uelitzer nehmen es auf einem anderen Gebiet ebenfalls sehr genau. Die erste urkundliche Erwähnung ihrer kleinen Heimat fand vor 800 Jahren statt. Grund genug, diese seltene Tatsache fast drei Tage lang gebührend zu feiern. Ein Festkomitee und viele fleißige Helfer haben dafür gesorgt, es richtig krachen zu lassen. Matthias Kurbjuhn gehört mit zu den Männern, die beim Aufbau geholfen haben. Für den 38-Jährigen eine Selbstverständlichkeit. „Ich war schon überall in Deutschland. Aber Heimat ist Heimat. Und in Uelitz ist es am schönsten.“ Ähnlich sieht es auch Manfred Werner, ein Urgestein. „Ich helfe gern, denn es ist mein Dorf“, betont der 69-Jährige, dem es der Erhalt alter Erntetechnik besonders angetan hat. „Ich habe vieles von 1936 bis 1970, und alles ist noch funktionstüchtig.“ Das tolle Zusammenwirken zwischen Kirche und Gemeinde hebt Roland Neugebauer hervor. Er wohnt seit 1997 in Uelitz. „Die Menschen hier sind hilfsbereit und an einem gedeihlichen Zusammenleben interessiert. Ich lebe sehr gern hier“, verrät der 66-Jährige. Dieser Gemeinschaftsssinn ist tatsächlich am Sonnabend beim großen Festumzug allgegenwärtig. Da werden die kleinen und großen Akteure vom Straßenrand aus von den Schaulustigen mit Getränken, Eis und Süßkram versorgt. Von einer Tribühne herab erfahren die 38 Wagen, Gruppen und Einzeldarsteller eine persönliche Begrüßung. Man kennt sich eben. Dieses Persönliche, das der Anonymität keinen Freiraum gestattet, ist es wohl auch, das die Uelitzer, Lübesser, Rastower und Fahrbinder tief im Herzen eint. Wahrscheinlich schon seit 800 Jahren.

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