Flüchtlinge : Glücklich in Schwerin zu leben

Sie respektieren die deutsche Kultur: Mohamad Alyasin (r.) und  Mohammad Jarganazi
Sie respektieren die deutsche Kultur: Mohamad Alyasin (r.) und Mohammad Jarganazi

Mohamad Alyasin und Mohammad Jarganazi fühlen sich in WGS-Wohnung wohl

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29. Januar 2016, 10:00 Uhr

Seit drei Monaten sind sie nun in Schwerin. Seit vier in Deutschland. Mohamad Alyasin und Mohammad Jarganazi. Beide wohnen gemeinsam mit vier weiteren Männern in Neu Zippendorf. In einer Vier-Zimmer-Wohnung der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS). „Es ist toll. Wir fühlen uns wohl und sind sehr zufrieden“, berichtet Mohamad Alyasin.

Zwei Personen teilen sich jeweils ein Zimmer. „Auch einen Gemeinschaftsraum haben wir“, sagt Mohamad Alyasin. Dort kochen die Flüchtlinge gemeinsam. Erzählen. Lachen. Etwas, was sie jetzt wieder können. „Die Flucht war furchtbar“, sagt Mohamad Alyasin, dabei senkt er den Kopf. Sein Blick wird ernst.

Der 28-Jährige wurde in Dubai geboren. „1929 wanderte meine Familie von Syrien dahin aus.“ Mohamad lebte in der Metropole mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern bis zum 18. Lebensjahr. „Nach dem Abitur ging ich nach Jordanien“, so Mohamad Alyasin. Er studierte Pharmazie, für kurze Zeit auch Deutsch. „Dann bin ich nach Syrien gereist, wollte Familienangehörige besuchen.“ Und das war ein Fehler, sagt der junge Mann mit traurigem Blick. Denn: „Ich habe sechsmal versucht, wieder nach Dubai einzureisen.“ Vergeblich. Wer aus Syrien kommt, darf sich nicht mehr in Dubai aufhalten. Er ging in die Türkei. „Seit drei Jahren habe ich meine Familie nun nicht gesehen. Mein Vater ist inzwischen an Hautkrebs gestorben“, flüstert er. Seine Familie sammelte das Geld, was für seine Flucht notwendig war. „Überall musste ich zahlen – für die Überfahrt im Schlauchboot, für Schlepper“, erinnert sich Mohamad Alyasin. Nach einer Woche hatte er es schließlich geschafft. Heute hat er bereits politisches Asyl. Er darf hier bleiben. „Und ich genieße es“, sagt er mit einem Lächeln.

Er und sein Freund Mohammad Jarganazi seien sehr dankbar in Schwerin zu sein. Beide lernen Deutsch, wollen sich integrieren. „Sobald ich die Sprache richtig beherrsche, mache ich ein Praktikum und dann eine Prüfung, so dass meine Ausbildung anerkannt wird und ich in einer Apotheke arbeiten darf“, erklärt der 28-Jährige. Eines ist beiden besonders wichtig: „Wir respektieren die Deutschen, ihre Kultur und vor allem die Frauen“, so Mohamad Alyasin. Was in Köln passiert sei, sei unverzeihbar. „So verhält man sich nicht – wir sind nicht alle so“.

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