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Straßenbahn Schwerin : Gleisverlegung erhitzt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pläne für Umverlegung der Straßenbahnschienen im unteren Teil der Lübecker Straße stoßen auf Unverständnis und Ablehnung

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Heute wird die neue Eisenbahnbrücke in der Wittenburger Straße offiziell übergeben. Dass der überaus eng gestrickte Zeitrahmen eingehalten werden konnte – erst im März war mit dem Abriss der alten begonnen worden – hat den Respekt der Anwohner. Doch zum nächsten Sanierungsabschnitt der Wittenburger Straße – dem Abschnitt von der Brücke bis zur Lübecker Straße – gibt es Streit. Die Bauverwaltung der Stadt hätte auch dort gern die Straßenbahngleise wie im oberen Teil der Straße in die rechte Fahrbahnhälfte verlegt. Dafür sollen rund 30 Meter des neuen Granitpflasters im unteren Teil der Lübecker Straße aufgenommen und neu verlegt werden (SVZ berichtete). Variante 3 wird das genannt. Dagegen laufen Geschäftsleute Sturm.

Astrid Andert schreibt in einem Brief an Baudezernent Bernd Nottebaum unter anderem: „Variante 3 ist für uns alle unzumutbar und wir legen dagegen Widerspruch ein. Für uns Anlieger, Gewerbetreibende und Hauseigentümer haben die Baumaßnahmen der Stadt rund um den Marienplatz ein unerträgliches, existenzbedrohendes Ausmaß erreicht.“

Auch auf dem Internetportal der SVZ äußern sich viele Leser zu dem Thema. Wolf Polski schreibt: „50 Jahre liegen die Gleise so. Und es ging. Nun kommen ökoberauschte Radfahrer ohne Führerschein und kommen nicht klar. Also muss diese Lösung her?“

Aka Hokri schreibt: „Weil dann Radfahrer die Wittenburger Straße aufwärts keine Bahn im direkten Gegenverkehr hätten? Zwei Schilder würden das Problem ebenfalls lösen: Einbahnstraße und Radfahrer absteigen und Gehweg benutzen. Es ist absolut zumutbar für einen Radler, sein Gefährt über den Gehsteig zu schieben.“

Hans-Joachim Grande meint: „Erst mal den Bürger ruhig stellen und dann die Maßnahme durchziehen. Es ist eine Schweinerei, wie Verwaltungsbeamte Steuergelder verschwenden.“ Maik D. sieht das ähnlich: „Sollte es zu einer Umverlegung in dem bereits sanierten Bereich kommen, sollten sich Anwohner an ein Gericht wenden mit Klage auf Unterlassung plus Klage wegen Verdachtes der Steuerverschwendung und gegebenenfalls wegen Missbrauchs von Fördermitteln“, rät er.

Als „Verschwendung von Steuergeldern“ bewertet auch die Fraktion der Unabhängigen Bürger die geplante neue Gleisführung. „Dass die Straße oberhalb der neuen Brücke saniert werden muss, ist unstrittig. Aber allein der Wechsel der Schienen für die Straßenbahn und die daraus folgenden Veränderungen der Straßen- und Wegeführung verursachen Mehrausgaben in Millionenhöhe. Diese Entscheidung hat die Verwaltung ohne Stadtvertretung getroffen“, erklärt UB-Stadtvertreter Manfred Strauß. Doch die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Stadtvertretung hat am 7. Dezember beschlossen, dass die Verwaltung ihr drei Varianten vorlegen soll.

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