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Schweriner Stadtgrenze hält Geruch nicht auf : Giftmüll im Landkreis stinkt Neumühlern

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Hans Rybka hat seinen Kampf gewonnen und ärgert sich immer noch. Zwar hat die Stadt nach Jahren den Giftmüll in der Neumühler Straße beräumt. Doch Schwerin hat nur die Hälfte des Schandflecks beseitigt.

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2012 | 10:27 Uhr

Neumühle | Hans Rybka hat seinen Kampf gewonnen und ärgert sich immer noch. Zwar hat die Stadt nach Jahre langem Ringen den Giftmüll samt den verlassenen Garagen in einem Zipfel der Neumühler Straße (wir berichteten), einen Steinwurf von seinem Häuschen im Grünen entfernt, beräumt. Doch Schwerin hat nur die Hälfte des Schandflecks beseitigt. "Die andere Hälfte liegt auf dem Gebiet des Landkreises Ludwigslust-Parchim und gehört der Evangelischen Kirche", sagt Stadtvertreter Manfred Strauß, der selbst im Stadtteil wohnt. Die Landeshauptstadt sei nicht mehr zuständig. Rybka wohnt in Schwerin und riecht den Müll trotzdem.

Unbekannte laden weiter ihren Abfall dort ab, wo das Trinkwasserschutzgebiet und ein Ausläufer des Neumühler Sees beginnen: Farb eimer, Leimreste, Bauabfall. Weil der giftige Müllberg wieder über die Stadtgrenze zu wachsen droht, sah sich Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow den Garagenkomplex gestern gemeinsam mit Vertretern von Landkreis und Kirche vor Ort an. Allerdings scheint die Situation festgefahren. "Die Gerichte verhandeln schon darüber", sagte Gramkow auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Die Kirche hat eigenen Angaben zufolge kein Geld für die Beseitigung. Der Landkreis fühlt sich nur entfernt zuständig und trat eher zurückhaltend auf. "Er hat aber Gesprächsbereitschaft signalisiert und will zunächst den Müll beseitigen lassen", sagt Gramkow. "Die Frage der Garagen konnte noch nicht geklärt werden, weil es sich um eine schwierige Rechtslage handelt." Auch der Neumühler Rybka war dabei. Mit dem Müllberg wächst auch das Unbehagen seiner Familie wieder an. Mehrmals war der Neumühler bedroht worden. So lange Unbekannte weiter ihren Unrat neben sein Grundstück werfen, wird er nicht zur Ruhe kommen.

Ändern werde sich vor aussichtlich nichts, meint Strauß. "Wir müssen die Ursache komplett beseitigen, dann hat auch die illegale Deponie ein Ende." Wenn der Druck der Landeshauptstadt auf Landkreis und Kirche nicht ausreiche, "werde ich Anzeige erstatten", kündigt Strauß an.

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