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Schwerin: Polizei hat Ermittlungen nach Gewaltvideo abgeschlossen : Gewalttäter fliegen von Brechtschule

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Drei Wochen nach einem Gewaltvideo sind zwei Zehntklässler der Schule verwiesen worden. Die beiden 17- und 18-Jährigen sollen jüngere Schüler misshandelt, die Taten gefilmt und die Aufnahmen ins Internet gestellt haben.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2012 | 07:54 Uhr

Grosser Dreesch | Die Polizei hat die Ermittlungen gegen vier Schüler der Oberstufe der Integrierten Gesamtschule "Bertolt Brecht" nach dem Auftauchen eines Gewaltvideos mit Aufnahmen von Quälereien jüngerer Schüler (SVZ berichtete mehrfach) vorläufig abgeschlossen. Die Untersuchungen haben den Verdacht der Körperverletzung und Nötigung erhärtet.

Die Schulaufsicht zieht Konsequenzen nach dem Gewalt-Vorfall an der IGS "Bertolt Brecht". Die beiden hauptbeteiligten Schüler der 10. Klasse werden der Schule verwiesen. Die Aufsichtsbehörde folgt damit einer Empfehlung der Brechtschule, betont Katrin Schwarz vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

"Die beiden Schüler haben sich in völlig unzureichender Art und Weise verhalten und den Schulbetrieb nachhaltig gestört", so Schulleiter Andreas Teuber. "Mit dieser Maßnahme wollen wir den Schulfrieden wieder herstellen. Wir hoffen, dass sich der Schulalltag für die anderen Schülerinnen, Schüler und das Lehrerkollegium wieder normalisiert. Die beiden 17- und 18-jährigen Schüler werden nach dem Schulgesetz der Schule verwiesen", so Teuber. Zwei weitere Schüler der Oberstufe erhalten einen schriftlichen Verweis durch den Schulleiter unter Berücksichtigung angemessener Maßnahmen der Wiedergutmachung.

Bildungsminister Mathias Brodkorb unterstützt diese Maßnahme. "Schülern in diesem Alter muss klar sein, wie sie sich in der Schule zu verhalten haben. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss wissen, dass es Konsequenzen gibt. Es ist auch die Aufgabe des Ministeriums und der Schule, alle anderen Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte vor inakzeptablem Verhalten zu schützen", betont Brodkorb.

Ob der Fall auch strafrechtliche Konsequenzen hat, steht derzeit noch nicht fest. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen vorerst abgeschlossen und die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Behandlung abgegeben. "Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen kam es bereits im Vorfeld der Taten zu Streitigkeiten zwischen den beschuldigten Schülern der 10. beziehungsweise der 11. Klasse und den Schülern der 6. Klasse", berichtet Detlef Dorn von der Polizeiinspektion Schwerin. Die älteren Schüler betrieben den Schulrundfunk und wurden dabei in den Schulpausen des Öfteren durch die jüngeren Schüler gestört, indem diese ständig an die Tür des Rundfunkraumes klopften. "Nachdem diesbezügliche Beschwerden keinen Erfolg brachten, wollten die älteren den jüngeren Schülern offenbar eine Lektion erteilen. Hierzu wurden einzelne Sechstklässler im Stil einer militärischen Übung unter anderem dazu aufgefordert, Liegestütze auszuführen und ihre Haare nass zu machen", fasst Hauptkommissar Dorn den Ermittlungsstand zusammen. "Den Aufforderungen sollen die Jüngeren teils freiwillig nachgekommen sein. In zwei Fällen wurde das Ganze gefilmt und ins Internet eingestellt. Den älteren Schülern fehlte offenbar das Bewusstsein, dass die Grenzen zwischen Spaß und Ernst überschritten wurden."

Ob die beiden der Brechtschule verwiesenen 17- und 18-jährigen Schüler an einer anderen Schule ihr Abitur ablegen oder die Schulart wechseln, ist offen. "Der weitere Bildungsweg ist ihnen nicht verbaut, sie könnten sich theoretisch an einer anderen Bildungsein richtung bewerben", sagt Henning Lipsk i, Pressesprecher des Bildungs ministeriums.

In der 6. Klasse ist wieder Ruhe ein gekehrt. "Die Kinder wurden von der Schulpsychologin betreut", berichtet Lipski. Nach Gesprächen mit den Eltern sei signalisiert worden, dass derzeit kein weiterer Gesprächs- oder Handlungsbedarf seitens der Schule bestehe. "Natürlich ist das Thema Gewalt damit nicht endgültig vom Tisch. Es kann im Unterricht bei Bedarf darüber gesprochen werden", sagt Lipski. Die Lehrer seien sensibilisiert.

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