Schweriner diskutieren : Gewalt an Schulen: Hilfe für Lehrer

Gesprächsrunde mit Jugendamt und Polizei:  Insgesamt 15 Themen-Tische waren im „Achteck“ aufgebaut.
Gesprächsrunde mit Jugendamt und Polizei: Insgesamt 15 Themen-Tische waren im „Achteck“ aufgebaut.

Mehr als 100 Schweriner Pädagogen diskutierten beim „World Café“ gemeinsam mit Experten über den Umgang mit Konflikten.

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21. März 2018, 08:00 Uhr

Gewalt in der Familie und in der Schule, Cybermobbing, Integration und Inklusion: Es gab eine Menge zu besprechen beim ersten „World Café“ für Lehrer in MV. Mehr als 100 Pädagogen und Sozialarbeiter aus sieben Schweriner Grundschulen trafen sich gestern im „Achteck“ in der Wittenburger Straße zum Erfahrungsaustausch. An 15 Tischen konnten sie Platz nehmen, mit Vertretern des Jugendamtes und der Polizei, mit Medizinern, Opferberatern und anderen Akteuren ins Gespräch kommen.

Der Hintergrund für das „World Café“ ist durchaus ernst: „Gewalt unter Schülern gibt es praktisch an allen Schweriner Schulen“, berichtete die Präventionsbeamtin Heidi Liebmann. So würden schon Grundschüler Messer und Spielzeugpistolen mit in die Schule bringen. Erschreckend sei auch, wie respektlos sich viele Schüler gegenüber Lehrern verhielten, so Liebmann. Ebenfalls bereits Themen an Grundschulen: Zigaretten und der problematische Umgang mit Handys.

„Das World Café ist eine Plattform, um über wichtige Themen zu sprechen“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier, der die Teilnehmer gemeinsam mit Schwerins Polizeichef Lutz Müller und Uwe Viole vom Bildungsministerium begrüßte. Badenschier dankte den Lehrern für ihre Bereitschaft, sich in der Freizeit weiterzubilden, und hob zugleich deren Vorbildrolle in der Gesellschaft hervor.

„Wann versammeln sich schon mal so viele verschiedene Organisationen unter einem Dach?“, betonte die Lehrerin Cornelia Kastein von der Fritz-Reuter-Schule, die sich an den Tisch setzte, an dem Daniela Dube und Ralf Kiehn vom Jugendamt Rede und Antwort standen. „Hier erfährt man, welche Möglichkeiten man hat, wenn es Probleme mit Schülern gibt“, erklärte Kasteins Kollegin Marita Ebert.

Bewährt hat sich das „World Café“ bereits als Gesprächsplattform für Schüler der Klassenstufen 5 und 6 sowie 8 und 9. Zusammen mit Experten entwickelten die Kinder Strategien für Toleranz und gegen Gewalt (wir berichteten). Und das Instrument „World Café“ sei weiter gefragt, sagte Präventionsbeamtin Liebmann. „Zwei Schweriner Berufsschulen haben Interesse an dem Projekt signalisiert.“

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