Bus durch die Gartenstadt : Geteilte Linie – geteilte Meinungen

Haltestelle Langer Berg in der Haselholzstraße: Anwohner fühlen sich durch den Lärm der Busse der Linie 7 belästigt.
Haltestelle Langer Berg in der Haselholzstraße: Anwohner fühlen sich durch den Lärm der Busse der Linie 7 belästigt.

Busse der 7 halten seit einem Monat abwechselnd in der Haselholzstraße und am TGZ: Nahverkehr will Probebetrieb fortsetzen

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28. Januar 2016, 21:00 Uhr

Mal durch die Haselholzstraße mit den Haltestellen Langer Berg und Wilhelm-Hennemann-Straße, mal durch die Hagenower Straße mit der Haltestelle am Technologie- und Gewerbezentrum – die Buslinie 7 vom Hauptbahnhof nach Krebsförden ist seit Jahresbeginn gesplittet. Anwohner in der Haselholzstraße sollen so entlastet werden, vor allem vom Lärm. Nach einem Monat zieht Nahverkehrschef Norbert Klatt eine gemischte Bilanz. Technologisch gehe das Konzept auf, die Busse verkehrten pünktlich. Allerdings sei die Zahl der Fahrgäste in der Gartenstadt leicht zurückgegangen. „Wir müssen nun abwarten, bis wirklich belastbare Ergebnisse vorliegen“, sagt Klatt. Im Gespräch mit Stadt und Ortsbeirat solle dann entschieden werden, ob aus dem Probebetrieb eine dauerhafte Lösung werde, die Splittung erhalten bleibe.

2014 hatte der Nahverkehr entschieden, mit der Linie 7 durch die Haselholzstraße zu fahren– und heftige Reaktionen bei den Anwohnern ausgelöst. 100 Busse am Tag würden durch die Straße rollen, der Lärmpegel sei unerträglich, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, lautete die Kritik. Allerdings meldeten sich auch Anwohner aus der Hagenower Straße zu Wort, die sich darüber freuten, dass ihre Straße vom Busverkehr entlastet wurde.

Ende vergangenen Jahres schließlich schlug Nahverkehrschef Klatt die Teilung der Linie vor. „Wir haben alles genau durchdacht. Für uns kommt als Kompromiss nur die Splittung in Frage“, erklärte Klatt damals im Bauausschuss. Für das Unternehmen sei es zwar nicht die wirtschaftlichste Lösung. „Wir wollen aber, dass Ruhe in die Gartenstadt einkehrt“, so Klatt. Er habe nicht angenommen, dass die Linienführung durch die Haselholzstraße für so viel Unmut und anhaltenden Ärger bei den Anwohnern sorgen würde, räumte der Nahverkehrschef ein. Trotzdem sei die Anbindung von höchster Wichtigkeit. „Dass der Bus gar nicht mehr durch die Haselholzstraße fährt, kommt für uns nicht in Frage. Die Fahrgastzahlen sprechen für sich – sie steigen“, so Klatt. Pro Woche würden die Linie etwa 700 Fahrgäste nutzen.

Um beurteilen zu können, ob die geteilte Buslinie 7 den Fahrgästen aus der Gartenstadt gefällt, sei es noch zu früh, sagt nun Ortsbeiratsvorsitzender Daniel Meslien. „Ich denke, dass wir bis zum Sommer ein deutlicheres Bild haben.“ Meslien macht allerdings keinen Hehl daraus, dass er die Tour durch die Haselholzstraße für die richtige Lösung hält. Diese Auffassung werde nicht nur durch den B-Plan, sondern auch von der Mehrheit der Gartenstädter geteilt, betont er. „Die Linie zu splitten, ist ein Entgegenkommen des Nahverkehrs für einige Anwohner.“

Zu den Kritikern der Haselholzstraßen-Route gehört Dietrich Wegner von der Bürgerinitiative Buslinie 7. Vor allem die engen Kurvenbereiche an der Zu- und Abfahrt zur Haselholzstraße sind ihm ein Dorn im Auge. „Mit der Splittung können wir aber jetzt leben“, sagt Wegner. Seine Befürchtung ist allerdings: Durch die geplante weitere Beruhigung der Hagenower Straße und die entsprechenden baulichen Maßnahmen könnte sich mehr Verkehr auf die Haselholzstraße verlagern. Wegners Wunsch an Ortsbeiratschef Meslien: „Er sollte mal wieder eine Ortsbeiratssitzung einberufen.“

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