Ein Zuhause gefunden : Gestrandete Kätzchen im Glück

Lotta und Lina  sind Glückskatzen – nicht nur wegen ihres dreifarbigen Fells. Bei Andrea und Martin Gensch nebst  Tochter Lily   erhalten die Fundtiere ein neues Zuhause.  Fotos: Werner Mett (2)
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Lotta und Lina sind Glückskatzen – nicht nur wegen ihres dreifarbigen Fells. Bei Andrea und Martin Gensch nebst Tochter Lily erhalten die Fundtiere ein neues Zuhause. Fotos: Werner Mett (2)

Familie Gensch aus Kirch Stück nimmt gleich zwei Jungtiere auf, die zu der großen Gruppe der ausgesetzten Maikatzen gehören

svz.de von
22. Juli 2014, 10:00 Uhr

Das Schicksal der ausgesetzten Katzen – zumeist schon mit Jungtieren – bewegt viele Menschen. „Nachdem die SVZ über die regelrechte Katzenschwemme berichtet hatte, stand bei uns das Telefon nicht mehr still“, berichtet Doris Schiemann von der Tierpension „Kleine Oase“ bei Holthusen. Die Leute wollten gern ein Tier aufnehmen, irgendwie helfen. Und zeigten sich zugleich stets empört, dass rücksichtslose Menschen ihre Haustiere im Stich lassen und einfach aussetzen.

Zu den Tierfreunden, die helfen, gehört Familie Gensch aus Kirch Stück. Andrea und Martin Gensch nebst der fünfjährigen Tochter Lily nehmen gleich zwei junge Katzen auf. „Das ist Lotta und das ist Lina“, zeigt Andrea Gensch auf die neuen Familienmitglieder. Beide sind Glückskatzen – so jedenfalls bezeichnet der Mecklenburger Katzen mit drei Farben. Familie Gensch hat sich extra für zwei Tiere entschieden, die im Haus und im Freien leben werden. „Ich baue noch ein großes Freigehege, damit Lotta und Lina genügend Auslauf haben“, erzählt Martin Gensch. Denn die Katzen sollen mit Tochter Lily heranwachsen, nicht nur Spiel-, sondern Weggefährten sein. Familie Gensch hat auch schon Erfahrungen in der Katzenhaltung gesammelt – leider nicht nur gute. Denn das vorherige Tier war auf die Straße gelaufen und überfahren worden. „Das wird uns mit Lotta und Luna nicht passieren“, ist Andrea Gensch überzeugt. Für die Familie stand aber fest, dass sie sich wieder eine Katze anschafft. Nun wurden es zwei. „So langweilen sich Lotta und Luna nicht, wenn wir nicht da sind.“ Ausgesucht hat die Tiere übrigens Lily. Und das schon vor vier Wochen. Aber da waren die Maikätzchen noch zu klein, mussten noch beim Muttertier bleiben. Jetzt holte Familie Gensch Lotta und Lina aus Holthusen.

In der Tierpension sind von der großen Katzenschwemme im Juni nur noch wenige Tiere übrig. „Die Jungtiere konnten wir alle vermitteln“, erzählt Pflegerin Francesca Jeschke. „Selbst Pirat.“ Den hatten die vorherigen Eigentümer aus dem fahrenden Wagen geworfen. Der Kater überlebte schwer verletzt und verlor ein Auge. Nach einer Operation erholt sich Pirat noch in der „Kleinen Oase“, doch nachdem in der vorigen Woche in der SVZ-Rubrik „Tier der Woche“ die Geschichte von Pirat erzählt wurde, meldete sich ein Interessent. Der holt den Kater demnächst ab.

Ganz so einfach wie die Jungtiere haben es die Muttertiere nicht. Vier davon werden immer noch in Holthusen betreut. „Die stammen allesamt aus Haushalten, sind handzahm“, betont Doris Schiemann. Denn große Tier sind nun einmal nicht so niedlich wie Katzenbabys. Doch auch an denen mangelt es nicht in der Tierpension.

Der SVZ-Beitrag „Niedliche Maikatzen mit viel Konfliktpotenzial“ von Mitte Juni hat zwar dazu geführt, dass die Nachfrage sofort ansprang. Gleichzeitig kamen neue Fundtiere in die „Kleine Oase“. Zehn Kätzchen sind inzwischen wieder zu vermitteln.

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