"Pro Schwerin" wünscht hohe Qualität des Wohngebietes : Gestaltungs-TÜV für die Waisengärten

<strong>Die Bagger stehen bereit, </strong>um für den ersten Bauabschnitt des Wohngebietes an den Waisengärten Baufreiheit zu schaffen. <foto>kawi</foto>
Die Bagger stehen bereit, um für den ersten Bauabschnitt des Wohngebietes an den Waisengärten Baufreiheit zu schaffen. kawi

Die Bebauung der Schweriner Waisengärten soll in hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität erfolgen. Der Verein „Pro Schwerin“ forderte jetzt einen Gestaltungsbeirat.

svz.de von
15. März 2013, 08:35 Uhr

Werdervorstadt | Die Bebauung der Waisengärten soll in hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität erfolgen. Das versicherten Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff und der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft LGE, Robert Erdmann, im Gespräch mit Vertretern der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung des Vereins "Pro Schwerin". "Wir wollen an so exponierter Lage sichergestellt wissen, dass nicht nur der Bebauungsplan, sondern auch die Gestaltung der Gebäude hohen Ansprüchen genügt", sagte Arbeitsgruppenvorsitzender Stefan Hill. "Entweder muss es eine Gestaltungssatzung geben, oder eine Jury, einen Gestaltungsbeirat." Robert Erdmann versicherte, dass es auch im Interesse der LGE sei, hohe Qualitätsstandards durchzusetzen. "Bei unseren Gesprächen mit den Investoren wurde das bisher immer wieder angesprochen. Ich bin sicher, dass das auch im Interesse der Projektentwickler und Architekten liegt."

Einer Gestaltungssatzung erteilte Wolfram Friedersdorff allerdings eine Absage. "Zum einen wollen wir kein zu enges Korsett anlegen und zum anderen zeigt die Erfahrung, dass solche Satzungen auch umgangen werden können." Der Baudezernent und der Geschäftsführer teilten aber mit, dass ein Gestaltungsbeirat die Architektenentwürfe bewerten und gegebenenfalls Veränderungen fordern wird. "Das Gremium wird mit je einem Vertreter des Stadtplanungsamtes und der LGE sowie mit einer externen Architektin besetzt." Dem Wunsch von "Pro Schwerin", ebenfalls in dem Beirat mitarbeiten zu können, erteilte Erdmann eine Absage. Er sagte aber zu, spätere Entwürfe im Rahmen von Pro-Schwerin-Veranstaltungen vorstellen und diskutieren zu lassen. Zum einem sei er selbst Pro Schweriner und außerdem solle der Beirat nicht zu groß werden. "Wir werden die Grundstücke nur dann an die Investoren verkaufen, wenn der Gestaltungsbeirat mit den Entwürfen einverstanden ist", versicherte der LGE-Geschäftsführer.

Als weiteres Problem sprachen die Pro-Schwerin-Vertreter das Parken im neuen Wohngebiet an. "Es darf nicht passieren, dass entlang aller Straßen Autos abgestellt werden und Parkstraßen wie in anderen Stadtteilen entstehen", sagte Stefan Hill. Bisher gehen die Planungen von 1,5 Stellplätzen pro Wohnung aus. Dazu kommen 0,3 Stellplätze für Besucher. "Der im B-Plan festgelegte Stellplatzfaktor sollte jedoch von 1,5 auf 1,0 gesenkt werden", so Hill. "Nur dann kann die geforderte hohe Aufenthaltsqualität sichergestellt werden." Durch die Nähe des Standortes zum Stadtzentrum sei davon auszugehen, dass gar nicht so viele Bewohner ein oder zwei Autos vor der Tür haben werden. "Ein Großteil der Anwohner stellplätze sollte in Tiefgaragen realisiert werden." Außerdem könnte am Eingang zum Wohngebiet, gegenüber dem denkmalgeschützten ehemaligen Polizeigebäude, ein architektonisch ansprechendes Parkhaus gebaut werden. "Es besteht in den umliegenden Straßen der Werdervorstadt bereits jetzt ein Parkplatzproblem", sagt Hill. Dem sei mit einem Parkhaus zu begegnen.

Robert Erdmann sicherte zu: "Wir werden alle Investoren auf Qualität trimmen." Und Baudezernent Frieders dorff sagte, dass die Entwürfe einem "Gestaltungs-TÜV" unterzogen würden. Beide versicherten, dass die von "Pro Schwerin" gewünschte öffentliche Fachdiskussion weitergeführt werden wird.

Der Verein "Pro Schwerin" setzt sich seit Jahren für eine attraktive Stadtentwicklung Schwerins am Wasser, in Tradition der erfolgreichen Bundesgartenschau ein. Die Buga habe gezeigt, über welche Potenziale die Stadt verfügt und wie positiv sich die Investitionsbereitschaft für die Stadt verändert hat, so Stefan Hill. "Die Entwicklung der Waisengärten ist ein wichtiger Baustein dabei, den der Verein weiterhin konstruktiv und mit dem Wunsch und auch der Forderung nach hoher Architektur- und Aufenthaltsqualität begleiten wird."

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