zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 17:47 Uhr

Küche statt Bau : Gesellen schwingen den Kochlöffel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Stralendorfer „Mohserie“ durften die jungen Handwerker, die in Dümmer das Europa-Haus bauen, ein Menü kochen

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Das hat schon mal geschmeckt. Die Tomatensuppe aus frischen Zutaten gekocht, mit Basilikum angerichtet, traf den Geschmack der jungen Männer. Danach freuten sie sich auf frischen Salat mit Krokodilsschwanz sowie auf gefüllte Tortellini. Zum Hauptgang gab es Kalbshaxen mit Rosmarinkartoffeln und frischem Saisongemüse. Den krönenden Abschluss bildete das Dessert: Mousse au Chocolat. Das alles ließen sich die Wandergesellen, die derzeit auf der Baustelle in Dümmer am Europa-Haus mitarbeiten, schmecken. Bei der Zubereitung hatte der eine oder andere Handwerker geholfen. Immerhin war es ein Show-Kochen, zu dem Maik Mohs an diesem Abend in seiner Stralendorfer „Mohserie“ eingeladen hatte. Sein Chefkoch Christian Friedrich unterstützte ihn dabei tatkräftig.

„Die Jungs arbeiten am Tag hart auf dem Bau, und das unentgeltlich. Da haben sie sich auch mal ein Menü verdient“, sagt Maik Mohs. Der 45-jährige Schweriner betreibt seine „Mohserie“ – Catering und Partygastronomie – seit dreieinhalb Jahren und bietet von September bis Mai nach Bedarf das Show-Kochen an.

Sämtliche Zutaten und damit das komplette Essen für das Menü der Wanderburschen hat Mohs gesponsert. „Das muss auch mal drin sein“, sagt er.

Für Lukas Tonini, dem 20-jährigen Schreiner-Gesellen aus Kusel in Rheinland-Pfalz, war der Kochabend etwas Besonderes. Er versuche, sich gesund zu ernähren, erzählt er. Auf der Baustelle esse er vor allem Obst, Gemüse und Brot. Zum Kochen selbst bleibe nicht immer so viel Zeit. Deshalb sei das hier eine interessante Angelegenheit, die „vor allem viel Spaß macht“. Und er lerne Neues hinzu. „Ich bin jetzt nicht so der Profi in der Küche. Aber ich versuche schon, einige Tricks und Kniffe mitzunehmen, um später meine Liebste zu Hause mal verwöhnen zu können“, sagt er.

Daniel Büttler, 27 Jahre jung und aus Hamburg, arbeitet als Tischler ebenfalls am Haus in Dümmer mit. Es habe sich unter den Gesellen, die auf Wanderschaft sind, herumgesprochen: Auf der Baustelle in Dümmer herrscht eine gute Stimmung. Das konnten die Wandergesellen auch am Tag darauf erleben. Die Sektion Kanu des Sportvereins Parum in Dümmer – die Kanuten werden wie andere Vereine Nutznießer des neuen Hauses sein – feierte Grillfest. Bei dieser Gelegenheit ließ Bürgermeisterin Anke Gräber eine Kupfer-Schatulle ins Fundament des Neubaus ein: Neben einer SVZ kamen auch Münzen, Pläne vom Architektenbüro, ein Handy, und Wünsche, von Einwohnern aufgeschrieben, in die kupferne Hülse. Angefertigt hatte diese der Kunstschmied Gerhard Müller.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen