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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 14:55 Uhr

Schwerin : Geschubst: Schüler in der Klinik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

17-Jähriger stößt Fünftklässler gegen die Wand: Mutter erstattet Anzeige und Polizei stellt bei Ermittlungen Ungereimtheiten fest

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Aufregung an der Integrierten Gesamtschule „Bertolt Brecht“ auf dem Großen Dreesch: Ein Schüler aus einer fünften Klasse wurde von einem Schüler aus der Klassenstufe 10 gegen die Wand geschubst und musste ins Krankenhaus. Seine Mutter hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Die Kripo ist eingeschaltet. Doch die Ermittlungen sind schwierig. Es gibt unterschiedliche Beschreibungen des Vorfalls.

Fakt ist: Die Schüler einer fünften Klasse sollten im Rahmen des Unterrichts am Dienstag einen Film im Videoraum der Schule schauen. Wegen der angespannten Personalsituation – ein Lehrer war krank geworden – wurde ein Schüler aus der Klassenstufe 10, der gerade eine Klausur vorzeitig beendet hatte, von der Schulleitung gebeten, vorübergehend die Aufsicht über die Fünfte zu übernehmen. „Der 17-Jährige ist ein verlässlicher, ruhiger Schüler“, sagt Schulleiterin Vera Arndt. Jedoch sei die Situation in der sehr unruhigen Klasse offensichtlich eskaliert. „Der Elfjährige hat den 17-Jährigen nach unserem Wissensstand nicht nur verbal provoziert. Daraufhin hat der Große den Kleinen weggeschubst, wobei dieser mit dem Kopf gegen eine Wand schlug“, berichtet die amtierende Schulleiterin. Das war um 13 Uhr.

Danach besuchte die Schulklasse – lange geplant – die Polizeiinspektion in der Graf-York-Straße. „Es ist eine schwierige Klasse mit vielen verhaltensauffälligen Kindern“, erklärt Heidi Liebmann, Präventionsbeamtin der Schweriner Polizei. „Ich arbeite seit Wochen mit den Schülern und habe sie zu uns eingeladen.“ Bei dem Besuch sei auch über den Vorfall vom Mittag gesprochen worden. Sie habe keinerlei gesundheitliche Auffälligkeiten bei dem betroffenen Elfjährigen beobachten können, versichert die erfahrene Kommissarin. „Die Schüler sind um 14 Uhr bei uns eingetroffen, alle waren putzmunter, keiner hat über Schmerzen oder Übelkeit geklagt.“ Der Elfjährige habe noch erklärt, dass er sich beeilen müsse, weil er zum Judotraining wolle.

Polizeisprecher Steffen Salow bestätigt, dass am Mittwoch kurz nach 12 Uhr eine entsprechende Anzeige von der Mutter des Jungen in der Station Schlossstraße erstattet worden sei. Am Vormittag sei der Elfjährige in den Helios-Kliniken mit dem Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung stationär aufgenommen worden, da er über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt habe. Gestern soll es dem Jungen aber schon wieder besser gegangen sein. Detaillierte Informationen von der Mutter konnte SVZ gestern nicht in Erfahrung bringen.

Unterdessen haben Schulleiterin, Mutter und Präventionsbeamtin Kontakt miteinander aufgenommen und einen so genannten Täter-Opfer-Ausgleich vereinbart. Der soll nach Ostern stattfinden. Der 17-Jährige hat sich bereits entschuldigt. Noch aber laufen die Ermittlungen der Polizei.

 

 

 

 

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