Geschmack an Zeitung früh wecken

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Journalisten aus der ganzen Republik tagen von heute an in Schwerin. Unter dem Motto „Zeitung macht Zukunft“ versammeln sich Chefredakteure, Ressortleiter, Verlagsmanager und Wissenschaftler zum 17. Forum Lokaljournalismus. Eröffnet wird der vom Zeitungsverlag Schwerin und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltete Kongress von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Eines der Themen: Wie zieht sich Zeitung neue Leser heran? Zum Beispiel, indem sie Zeitung auch für die macht, die gerade erst lesen lernten.

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20. Januar 2009, 11:53 Uhr

„Zett“ ist da! Das Rascheln von Zeitungsseiten übertönt aufgeregte Kinderstimmen. Kreuz und quer liegen die aktuellen Ausgaben der Lokalzeitung im Klassenraum. Auf dem Teppich. Im Schneidersitz und auf den Knien stecken 23 Schweriner Grundschüler ihre Köpfe neugierig in die „Zett“-Seite, die Kinderseite in allen Titeln des Zeitungsverlages Schwerin. Ob „Schweriner Volkszeitung“, „Norddeutsche Neueste Nachrichten“ oder „Der Prignitzer“: Auf der „Zett“-Seite findet Zeitung für Kinder statt. „Die Witze finde ich am besten“, sagt Tina. „Und Neunmalklug mag ich auch.“

Politik für Kinder? Selbstverständlich!
Die Zett-Seite berichtet auch von großer Weltpolitik. Vom künftigen Leben des neuen US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus, aber auch vom Krieg im Gaza-Streifen.
Kaum des ABCs mächtig und schon neugierige Zeitungsleser: Die Kinder aus der Montessori-Schule sind ein Traum für jeden Redakteur. Sie lernen gerade lesen – mit der Tageszeitung als Unterrichtsmaterial. Sie beschäftigen sich mit Sachkunde-Themen – mit der Tageszeitung als Unterrichtsmaterial. Sie sind junge Zeitungsleser.

Beim 17. Forum Lokaljournalismus von heute bis zum 23. Januar in Schwerin werden erfolgreiche Geschäftsmodelle dafür präsentiert – und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt zur Eröffnung. Es geht der Regierungschefin ganz gezielt um die Rolle der klassisch gedruckten, aber modern gemachten Tageszeitung. „Die lokalen und regionalen Tageszeitungen sind elementar für die demokratische Meinungsbildung in Deutschland. Von ihnen erwarten die Menschen Orientierung, ihrer Berichterstattung vertrauen sie. Das geht nur mit einem klaren Bekenntnis zu Qualität in der Berichterstattung“, so die Bundeskanzlerin.

Feuilleton oder Kinderseite: Qualität ist Pflicht
Qualität bedeutet intellektuell tief gedachte Leitartikel, ebenso aber gezielte Berichterstattung für Schulkinder. Dass die Lokalredakteure regelmäßig auf Schulbesuch gehen, ist im Zeitungsverlag Schwerin ganz normal. Beim Besuch der Reporterin Christine Weber können die Kinder alle wichtigen Fragen über die Zeitung stellen. Mit dem Stapel frisch gedruckter Ausgaben bringt die Volontärin aber auch eine eigene Portion Neugier mit.

Denn Christine Weber will wissen, was die kleinen Zeitungsleser in der Montessori-Schule am meisten interessiert, welche Themen sie beschäftigen und worüber sie gerne etwas lesen oder selber schreiben würden. Der Besucherin fliegen die Vorschläge aus der Kinderrunde nur so zu: Laura würde gern darüber schreiben, dass es nicht witzig, aber wichtig ist, eine Zahnspange zu tragen. David findet die Bundesliga-Berichte spannend.

Und Julius würde gern mal etwas über Tiefseefische lesen. „Da könntest du natürlich auch selbst etwas drüber schreiben“, schlägt Christine Weber vor. Denn „Zett“ ist auch Zeitung zum Mitmachen. In der Rubrik „Ich sag mal...“ erzählen Kinder, was sie bewegt.
„Warum besteht die Zeitung eigentlich aus Papier?“, will Julius wissen. Vor- und Nachteile werden heiß diskutiert: Man kann sie falten, Schiffe und Hüte daraus zu basteln, Pappmaché-Figuren bauen. Oder einen interessanten Text ausschneiden. Zum Beispiel den, in dem man selbst vorkommt.

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