Geschirr putzen statt Patientenpflege?

<strong>Genügend Serviceassistenten im Einsatz:</strong> Helios weist den Vorwurf der Kürzung zurück.
Genügend Serviceassistenten im Einsatz: Helios weist den Vorwurf der Kürzung zurück.

svz.de von
01. Dezember 2009, 08:22 Uhr

Lewenberg | Müssen Patienten der Helios-Kliniken Schwerin Einschnitte in ihrer Betreuung hinnehmen, weil Krankenschwestern und Pfleger jetzt die Arbeit von Serviceassistenten übernehmen müssen? Genau das berichten mehrere Leser unserer Redaktion. Die Zahl der Serviceassistenten, die über die Tochterfirma Heges im Klinikum beschäftigt sind, sei reduziert und der Schichtbetrieb aufgelöst worden, so dass an Sonn- und Feiertagen sowie abends keine Servicekräfte mehr auf den Stationen zur Verfügung stehen würden. Die Serviceassistenten sind nicht nur für das Austeilen des Essens für die Patienten zuständig, sondern auch für die Vorbereitung, wie Tee und Kaffee kochen, Milch, Brühe, Suppen heiß machen, bei Bedarf Stullen schmieren, das Geschirr nach dem Essen wieder einsammeln und abwaschen.

Zu den weiteren Aufgaben gehören beispielsweise Bettenaufbereitungen entlassener Patienten, das Staubwischen in Patienten- und Arbeitsräumen, die Entsorgung von Schmutzwäsche- und Müllsäcken. "Die Stationen müssen jetzt zusehen, wie der Mehraufwand an Arbeit durch den Wegfall der Service assistenten zu bewältigen ist", berichtet etwa Agnes Kowalski unserer Redaktion. "Das war vielleicht ein Jubel und eine übergroße Freude bei den Kran kenschwestern und Pflegern! Auch die jungen Auszubildenden, die einmal Schwestern und Pfleger werden möchten, haben so die Möglichkeit bekommen öfter die Stationsküche zu sehen, als sich auf ihre praktische Pflegeausbildung zu beschränken." Das bedeute aus ihrer Sicht, so Kowalski, leider auch, dass die Unterbesetzung der Stationen mit Krankenschwestern und Krankenpflegern weiter verschärft werde.

Timo Mügge, Regionalleiter Unternehmenskommunikation und Marketing der Region der Helios-Kliniken-Gruppe, weist diese Darstellung zurück. "Die Schichtarbeit der Serviceassistenten findet weiterhin und ohne jede Einschränkung statt", sagt der Klinik-Sprecher. "Für alle Stationen ist die Dienstzeit dabei individuell geregelt. Es gibt keine Pauschalzeiten." Richtig sei, dass "einzelne befristete Verträge" von Servicekräften ausgelaufen seien und diese durch die Tochterfirma Heges nicht verlängert wurden. "Aber Fakt ist auch, dass wir heute 30 Serviceassistenten mehr haben als noch vor zwei Jahren", betont Mügge. Das sei auch notwendig geworden, weil große Stationen zusammengelegt worden sind. "Es gibt auf den einzelnen Stationen natürlich unterschiedlichen Bedarf an Serviceassistenten", sagt Mügge. "Daher gibt es von der Quantität her Unterschiede, aber es gibt keine Station, auf der überhaupt keine Serviceassistenten tätig sind."

Grundsätzlich unterstütze Mügge zufolge ohnehin das Pflegepersonal die Servicekräfte. "Weil es sich aber vor allem um seine originären Aufgaben der Pflege kümmern soll, haben wir schon vor Jahren diesen Bereich von dem der Serviceassistenten getrennt", erklärt der Klinik-Sprecher. "Auch heute un terstützt das Pflegepersonal im Be darfsfall, ist aber niemals mit dieser Aufgab e allein."

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