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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 18:03 Uhr

Erbe des Landes : Geschichte aus dem Koffer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„So fern – so nah“: Ausstellung der Stiftung Mecklenburg im Schleswig-Holstein-Haus bietet interessante historische Einblicke

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Der Koffer sieht unscheinbar aus, aber er hat es in sich – gehabt. Er beherbergte einen Teil des Nachlasses von Adolf Jöhnssen (1871-1950). Der Rostocker Künstler illustrierte unter anderem den berühmten „Kasper Ohm“ von John Brinckman. Zu sehen ist das betagte Reiseuntensil, das einen ganzen Fundus an Aquarellen, Zeichnungen, Briefen und persönlichen Dokumenten offenbarte, in der Ausstellung „Mecklenburg so fern – so nah“, die die Stiftung Mecklenburg im Obergeschoss des Schleswig-Holstein-Hauses zeigt.

Brit Bellmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung, ist besonders stolz auf den Koffer. „Der Koffer ist fast schon so etwas wie eine Allegorie für unsere ganze Sammlung“, sagt sie. Dabei sei die Schaffenskraft von Adolf Jöhnssen wirklich beeindruckend. „Der Mann hat praktisch überall draufgezeichnet“, so Bellmann. Die Stiftungsmitarbeiterin führt interessierte Besucher aber auch gern durch die anderen Teile der Ausstellung zur Landesgeschichte. Um mecklenburgische Städte geht es da, um das „Kaiserreich Bützow“, einen Bierstaat der Rostocker Studenten, um Schlösser und Herrenhäuser, um Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, um das ländliche Leben mit seinen Trachten und Bräuchen.

1973 wurde die Stiftung Mecklenburg durch „Butenmekelbörger“ in Schleswig-Holstein gegründet, 2007 zog sie nach Mecklenburg um, seit 2009 ist sie im Holstein-Haus in der Puschkinstraße anzutreffen. „Die Stiftung sammelt Objekte aus den unterschiedlichsten Kulturbereichen, um ein möglichst vollständiges Bild des Lebens in Mecklenburg zeichnen zu können“, erklärt Brit Bellmann. Besondere Schwerpunkte der Sammlung seien Gemälde und Grafiken der klassischen Moderne mit herausragenden Vertretern wie Wilhelm Facklam oder Franz Bunke und historische Fotografien von Schlössern und Gutshäusern aus dem Atelier Mencke.

Als Ergänzung zu den vielfältigen Aktivitäten rund um den 200. Geburtstag von John Brinckman plant die Stiftung Mecklenburg im September eine Schau mit den Originalillustrationen von Adolf Jöhnssen. „Im Dezember wird es dann eine Ausstellung zum Thema Kinderbekleidung in Mecklenburg von 1865 bis in die DDR-Zeit geben“, kündigt Brit Bellmann an. Mit speziellen Vorträgen und Veranstaltungen möchte sie schließlich auch Kinder für die Geschichte Mecklenburgs begeistern.

 

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