Ernte bei Warsow : Gerste fast unter Dach und Fach

Der Mähdrescher hat Pause: Philipp Krüger misst auf einem Schlag bei Warsow die Feuchte  in der  Wintergerste. Sie ist am Sonnabendvormittag noch zu hoch.  Erst nachmittags kann  stundenweise gedroschen werden.  Fotos: Heidrun Pätzold
Der Mähdrescher hat Pause: Philipp Krüger misst auf einem Schlag bei Warsow die Feuchte in der Wintergerste. Sie ist am Sonnabendvormittag noch zu hoch. Erst nachmittags kann stundenweise gedroschen werden. Fotos: Heidrun Pätzold

Die Produktivgenossenschaft Kothendorf/Warsow hat den größten Teils dieses Wintergetreides vom Feld

svz.de von
14. Juli 2014, 08:00 Uhr

„Das wird nichts mehr. Die Gerste ist noch zu feucht, um sie dreschen.“ Philipp Krüger hat auf dem Getreideschlag bei Warsow ein paar Körner genommen und deren Feuchtigkeitsgehalt bestimmt. Er ist Vorstandsvorsitzender der Produktivgenossenschaft Kothendorf/Warsow. „Zu hoch“, sagt er. Die Feuchtigkeit darf maximal 14,5 Prozent betragen. Fällt sie höher aus, müsste das Getreide nach getrocknet werden. Und die Kosten dafür wolle man natürlich sparen, erklärt er.

Eigentlich wollte die Kothendorfer Genossenschaft die Ernte der Wintergerste an diesem Wochenende beenden. Das hätte auch gut geklappt – wenn das Wetter mitgespielt hätte. Doch am Sonnabendvormittag war das Getreide noch zu feucht. Erst am Nachmittag konnte der Mähdrescher seine Runden ziehen – musste dann aber auch witterungsbedingt abbrechen. Gestern Nachmittag wollten die Kothendorfer einen neuen Versuch starten. Von den 180 Hektar Wintergerste waren zu diesem Zeitpunkt nur noch 30 Hektar zu ernten. Vom Halm muss die Gerste aber zügig. Denn die ersten Ähren sind schon abgeknickt und liegen auf dem Boden, erklärt Philipp Krüger. „Das ist auf auf den starken Regen mit zum Teil heftigen Wind in den vergangenen Tagen zurückzuführen.“

Eine Woche früher als in den Vorjahren hat die Genossenschaft mit der Getreideernte begonnen, weil die Gerste reif war. Mit den Erträgen sei man nicht so zufrieden. „Sie könnten besser sein“, sagt Krüger. Durchschnittlich erzielt die Genossenschaft bei Wintergerste 65 Dezitonnen je Hektar. „Auf besseren Böden fahren wir gute Erträge ein, auf leichten und sandigen fallen sie mager aus.“ Der Regen kam in der Wachstumsperiode für die Gerste auf sandigen Böden zu spät, erklärt Krüger. Besser profitiert haben vom Regen Weizen, Raps und Roggen. Und auch der Mais auf den 120 Hektar stehe gut da. „Bei diesen Kulturen erhoffen wir uns höhere Erträge.“

Das Gerstenstroh wird zum Teil gleich auf dem Feld gehäckselt, ein anderer Teil wird zu Ballen gepresst. Sie dienen den Mutterkühen, die die Kothendorfer halten, später als Futterstroh.

Ist die Gerste unter Dach und Fach, zieht der Mähdrescher auf den Raps- oder Roggenschlag um. Wohin zuerst müsse man dann konkret sehen, so der Fachmann.

Die Kothendorfer haben noch 170 Hektar Raps, 100 Hektar Roggen und 150 Hektar Weizen zu ernten. Unterm Strich sind es insgesamt 600 Hektar Getreide. Die Genossenschaft lagert es kurz zwischen, verkauft es dann aber gleich an den Handel. Krüger: Bei den ersten Kontrakten sei es noch ein guter Preis gewesen, jetzt sinke er, erläutert der Vorstandsvorsitzender.

Für die Getreidemahd nutzt die Produktivgenossenschaft einen modernen Mähdrescher, der eine Arbeitsbreite von 10,70 Metern hat. Den hat die Genossenschaft für drei Jahre gemietet.

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