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Polizei zeigt Präsenz : Gerangel und Prügel vor der Crivitzer Tafel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Rangeleien und Tätlichkeiten durch Asylbewerber erfolgt die Essenausgabe an der Tafel in Crivitz bis auf weiteres unter Polizeibeobachtung.

Unschöne Szenen haben sich an der Crivitzer Ausgabestelle der Tafel ereignet – und das gleich zweimal: Während der Ausgabetermine Ende April und Anfang Mai kam es zu heftigen Rangeleien zwischen in Demen untergebrachten Flüchtlingen und bedürftigen Einheimischen.

Etwa 50 Personen standen Mittwochfrüh nach Lebensmitteln an. Diese würden nicht immer ausreichen, um alle Wünsche zu erfüllen, heißt es von den Mitarbeitern der Crivitzer Ausgabestelle. Deshalb kommen die Besucher schon vor der regulären Öffnungszeit um 9.30 Uhr: Die Einheimischen stehen ab 8.45 Uhr an, die Flüchtlinge sind noch früher da – schon ab 7 Uhr. Hinzu komme, dass die Flüchtlinge ihre später kommenden Landsleute in ihre Wartereihe aufnahmen und die anderen Besucher abdrängten, so die Aussage von Tafelbesuchern. Einige der Einheimischen seien massiv bedrängt und in die Rippen gestoßen worden. Die Polizei spricht von gewalttätigen Zwischenfällen und körperlichen Angriffen.

Weil sich die Hausleitung des Diakoniewerkes, die die Tafel vor Ort betreut, keinen anderen Rat wusste, rief sie das Ordnungsamt Crivitz zur Hilfe. Ein Mitarbeiter kam auch, wurde aber gleich wieder abgezogen. Er verständigte das zuständige Polizeirevier in Sternberg, das habe aber nicht reagiert, teilt das Diakoniewerk mit. Die Mitarbeiter seien mit dem Problem allein gelassen worden. Für den nächsten Termin habe die Hausleitung aber Unterstützung angefordert, damit sich solche unwürdigen Szenen nicht wiederholen. Zugleich betont sie, dass es nur einige, wenige Störenfriede waren. Die allermeisten Flüchtlinge verhielten sich an der Ausgabestelle korrekt.

Am Mittwoch war jetzt ein Polizeiwagen aus Sternberg vor Ort – mit einem besonnenen Polizisten. Die Polizei hatte zudem einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes angefordert. Zur Stelle war auch ein Flüchtlingsbetreuer aus Demen. Dieses Mal lief die Lebensmittelausgabe wieder normal ab. Die Polizei werde in den kommenden Wochen vor der Tafel präsent sein. Zudem haben mehrere Frauen wegen der körperlichen Angriffe Anzeigen erstattet.

Unterdessen gab es polizeiintern Konsequenzen: Gegen einen Beamten wird wegen Strafvereitelung im Amt ermittelt. Er wurde in eine andere Dienststelle versetzt.


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