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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 05:15 Uhr

Dorfstreit : Gerangel ums Vereinshaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Dobin am See gibt es Zoff um den ehemaligen Jugendclub in Retgendorf – Auslöser war eine zu laute Geburtstagsfeier

Was ist da los in der Gemeindevertretung von Dobin am See? Geht es noch um das Wohl der Bürger und ein gutes Zusammenleben? Diese Frage stellten sich die Gäste der vergangenen Sitzung des Kommunalparlaments. Was war geschehen?

In der Seestraße in Retgendorf gibt es ein Gebäude, das früher einmal als Jugendclub genutzt wurde. Der ist schon vor Jahren geschlossen worden. Heute kommen in dem gemeindliche Anwesen Vereinen zusammen. In einem Teil hat der Bauhof seine Technik untergestellt.

Die Mitglieder des Garten- und Dorfpflegevereins treffen sich hier und bieten für die Einwohner Veranstaltungen an. Einige Frauen machen in den Räumen Sport. Senioren kommen hier zusammen. All das wurde von der Gemeinde seit langem geduldet. Doch dann gab es Ärger. Im ehemaligen Jugendclub wurde eine private Geburtstagsfeier veranstaltet. Es ging offenbar nicht nur feucht-fröhlich, sondern auch laut zu. Das war dem Nachbarn zu viel. Er beschwerte sich in der Nacht bei Bürgermeister Rüdiger Piehl und forderte, dass der bei der Feier sofort einschreiten möge. Das Pikante: Der Beschwerdeführer war der Ex-Bürgermeister und jetzige stellvertretende Bürgermeister Carlo Folgmann.


Leben im Vereinsheim wird neu geregelt


Piehl kümmerte sich – die Party ging leise weiter. Allerdings untersagte der Bürgermeister grundsätzlich die Nutzung der Immobilie durch Vereine. Was für Irritationen sorgte. Nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei den Gemeindevertretern der Wählergemeinschaft Bürger für Dobin. Denn hätte der Ex-Bürgermeister „nur“ die Polizei gerufen, hätte die bei der Geburtstagsfeier für Ruhe gesorgt, das aktuelle Problem wäre vom Tisch und die Vereine hätten ohne Unterbrechung eine Heimstatt gehabt. Jetzt musste die Gemeindevertretung handeln. Die Immobilie darf wieder genutzt werden. Allerdings wird eine Hausordnung aufgestellt, an die sich die Nutzer zu halten haben.

Ein zweites Problem ist aber offenbar nicht so leicht zu lösen. Für die Vereine sollen bessere Bedingungen und mehr Platz geschaffen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss hatten sich dafür ausgesprochen, dass der Bauhof zur Feuerwehr nach Neu Schlagsdorf umzieht und dort eine neue, preiswerte Unterstellmöglichkeit für die Technik bekommt. Dadurch könnte das gesamte Gebäude in Retgendorf den Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Ein Durchbruch wäre zu schaffen, die Sanitäranlagen wären in Ordnung zu bringen. Das würde nicht viel kosten, so die einhelligen Ausschussmeinungen.


Kopfschütteln bei den Bürgern


Doch seit der Gemeindevertretersitzung ist das alles nicht mehr aktuell. Plötzlich stellten die CDU-Fraktion und der Vorsitzende des Bauausschusses den Antrag, weitere Möglichkeiten der Unterbringung der Vereine zu prüfen. Merkwürdig dabei: Carlo Folgmann, der Sprecher der CDU in der Gemeindevertretung, soll im Haupt- und Finanzausschuss noch eine andere Position vertreten haben.

Jetzt also soll geprüft werden, ob die Vereine nicht in einem der Kirche gehörenden Nebengebäude des Pfarrhauses unterkommen können. Oder im Wirtschaftsgebäude im Oberdorf. Beide Varianten würden auf jeden Fall teurer, als der Umzug des Bauhofes nach Neu Schlagsdorf, hieß es aus den Reihen der Bürger für Dobin. Und ob die Kirche ihr Haus den Vereinen zur Verfügung stellt, ist auch noch unklar.

Bei den Zuhörern der
Gemeindevertretersitzung sorgte das Hin und Her um einen Vereinsheimstandort für Kopfschütteln. Wenn eine kostengünstige Lösung gefunden sei, sollte die auch umgesetzt werden, hieß es. Nach einer teureren Variante zu suchen, sei unverständlich. Wohl auch vor dem Hintergrund, dass die Gemeindevertreter beschlossen haben, die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer zum nächsten Jahr zu erhöhen.

 

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