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B 321 zwischen Pinnow und dem Waldschlösschen : Geplanter Radweg sorgt für Streit

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In diesem Jahr wird es nichts mehr mit der Fortsetzung des Radweges an der B 321. "2014 aber soll zwischen dem Abzweig Pinnow/Sukow und dem Restaurant ,Waldschlösschen gebaut werden", versichert Thomas Taschenbrecker.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 10:51 Uhr

Pinnow | In diesem Jahr wird es nichts mehr mit der Fortsetzung des Radweges an der B 321. "2014 aber soll zwischen dem Abzweig Pinnow/Sukow und dem Restaurant ,Waldschlösschen gebaut werden", versichert der Leiter des Schweriner Straßenbauamtes, Thomas Taschenbrecker. Rund 730 000 Euro werde die 2,8 Kilo meter lange Trasse nebe n der Bundes straße kosten. "Der Radweg erhöht die Verkehrssicherheit", so Taschenbrecker. Die Freude über den Weg ist in der Region aber nicht ungeteilt. Kritik gibt es etwa aus Pinnow. Fahrrad-Touristen könnten nun einen Bogen um die Gemeinde machen, befürchtet Bürgermeister Andreas Zapf.

Bislang nutzten viele Pedalritter auf dem Weg nach Crivitz den Weg über Pinnow und Muchelwitz, radelten in sich erer Entfernung von der viel be fahrenen Bundesstraße in landschaftlich schöner Umgebung, berichtet Zapf. Ausflügler kehrten in Gaststätten ein. Auch der Einzelhandel vor Ort profitiere. Damit könnte es vorbei sein, wenn der neue Radweg an der B 321 erst einmal gebaut sei, so der Bürgermeister. Von Anfang an habe die Gemeinde daher Bedenken gegen das Vorhaben geäußert. Das teure Steuergeld könne im Interesse von Radfahrern und Touristen an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden, so Zapf. "Da gibt es in unserer Region viele Möglichkeiten."

Ganz anders sieht Zapfs Crivitzer Amtskollege Ulrich Güßmann die An gelegenheit. Er kann den Bau des Radweges an der B 321 kaum er warten. "Seit mehr als zehn Jahren kämpft die Stadt Crivitz um das Projekt", schilder t Güßmann. "Der Radweg ist wichtig , um mehr Verkehrssicherheit auf der Bun des straße zu schaffen und um auf di rektem Weg schnell von Crivitz nach Schwerin zu kommen." Wer die Schönhe it der Landschaft genießen wolle, der werde auch künftig den Umwe g über Gädebehn, Muchelwitz und Pinnow fahren, so der Bürger meister.

Rückendeckung erhält Güßmann interessanterweise von der Wirtschaftsvereinigung Ostufer Schweriner See. Der geplante Radweg sei notwendig und vernünftig, betont der Vorsitzende der Vereinigung, Volker Helms. "Die Verkehrs situation auf der B 321 ist extrem gefährlich." Der Weg diene aber nicht nur der Sicher heit, er schließe auch das Waldschlösschen an das Radnetz an, habe so zugleich wirtschaft liche Auswirkungen, erklärt Helms.

Dass der künftige Radweg die Verkehrssicherheit erhöht, steht auch für die Polizei außer Frage. Zwar habe es im fraglichen Bereich in den vergangenen Jahren keine Unfälle mit Radfahrern gegeb en, doch bedeute ein eigener Weg grundsätzlich einen Zugewinn für die Sicherheit von Radlern, sagt der Sprecher der Ludwigsluster Polizeiinspektion, Klaus Wiechmann. Das gelte noch verstärkt für die dunkle Jahreszeit, in der Radfahrer mit schlecht beleuchteten Rädern für Autofahrer auf der Straße oft nur schwer zu erkennen seien.

Begrüßt wird der neue Radweg auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) - nicht nur aus Sicherheitsgründen. Ein solcher Weg be einflusse auch die "Verkehrsmittelwahl zu Gun sten des Fahrrades", so der Vorsitzende der Schweriner ADFC-Regionalgruppe, Volker Schulz. "Ein Rad fahrer im Alltagsverkehr zum Beispiel von und zur Arbeit möchte schnell von A nach B kommen." Dass ein Radweg an einer Bundesstraße positive Effekte auf den Pendler-Verkehr auf zwei Rädern habe, zeige bereits der Weg an der B 106 zwischen Lübesse und Schwerin, so Schulz.

Freilich ist der geplante Weg zwischen Pinnow und dem Waldschlösschen, für den im Frühjahr noch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg geräu mt wurden (wir berichteten), nur die halbe Miete. Wann das dann noch fehlen de Stück bis Crivitz gebau t werde, sei unklar, erklärt Straßen bauamts-Chef Taschenbrecker. Grund: Es gäbe Probleme beim Erwerb des erforderlichen Grund und Bodens. Für Andreas Zapf ein wichtiger Punkt: "Der künftige Radweg endet vorerst im Nichts." Beim Waldschlösschen müssten Radler wieder auf die B 321, was nicht im Interesse der Verkehrssicherheit sein könnte, so der Pinnower Bürgermeister.

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