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Schweriner Umland und Stadt kooperieren : Generationen-Vertrag fürs Abwasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Umland und Stadt arbeiten bis zum Jahr 2034 zusammen / Einleitungsgebühren im Klärwerk Süd steigen leicht

von
erstellt am 28.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Mehr als eine Million Kubikmeter Abwasser fließen pro Jahr aus den Dörfern rund um Schwerin in das Klärwerk Süd. „Es wäre völliger Unsinn, den Leitungsring rund um die Stadt zu sprengen und neue Klärwerke zu bauen“, sagt Verbandsvorsteher Georg Ihde und macht damit deutlich, dass der Zweckverband Schweriner Umland auch weiterhin mit der Stadt und dem Eigenbetrieb Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) zusammenarbeiten will und muss.

Seit Monaten liefen hinter verschlossenen Türen die Verhandlungen, wie auf die steigenden Kosten in den zurückliegenden Jahren reagiert und in der Zukunft vorgegangen wird. Herausgekommen ist ein Generationen-Vertrag, der die Einleitung von zwei Drittel des gesamten Abwassers aus dem Umland bis zum Jahr 2034 vorsieht. Verbandsvorsteher Georg Ihde und Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier unterzeichneten den Vertrag gestern am Verbandssitz in Plate. Badenschier lobte diese Zusammenarbeit im Abwasserbereich als beispielgebend für die nicht immer einfachen Beziehungen im Stadt-Umland-Raum.

„Technologisch und auch politisch haben wir 2034 sicher eine andere Welt“, betont SAE-Werkleiter Lutz Nieke. Doch beide Vertragspartner haben nun langfristige Sicherheit – für Planungen und Kalkulationen. Und das Entscheidende bei diesem Generationen-Vertrag ist, dass es bei jetzt nicht absehbaren Schwankungen bei fairen und kostendeckenden Preisen bleibt. Zum Paket gehört daher auch, dass der noch bis 2019 laufende Altvertrag angepasst wird. Höhere Löhne sowie die steigenden Kosten vor allem bei der Energie ließen auch die Bewirtschaftung des Klärwerks in Süd teurer werden. Kosten, an denen sich der Zweckverband Schweriner Umland beteiligen muss. Die Einleitungsgebühr von einem Euro pro Kubikmeter wird daher rückwirkend zum 1. Januar um fünf Cent erhöht. Und das passiert auch zu Jahresbeginn 2018 und 2019 wieder – wieder jeweils um fünf Cent, erläutert Beate Bürger, stellvertretende SAE-Betriebsleiterin. Auch die SAE legt Wert darauf, dass die Abwasserleitungen aus dem Umland nach Süd nicht gekappt werden. Denn ein Fünftel des im Klärwerk anfallenden Abwassers stammt aus den Dörfer der Region.

Ab 2020 gilt der neue Vertrag. Darin gibt es keine konkreten Preisfestlegungen. Georg Ihde hofft, dass es nicht immer teurer werden muss. „Wir setzen darauf, dass die Stadtwerke bei der Eigenerzeugung von Strom vorankommen und davon auch die anderen städtische Eigenbetriebe und letztlich alle Bürger profitieren.“ Doch das ist Zukunftsmusik.

Der Zweckverbandsvorstand und die Bürgermeister aller 45 Gemeinden im Verband sind erst einmal froh, dass es auch in diesem Jahr keine Erhöhung der Gebühren gibt. Das wurde Ende vorigen Jahres mit dem Wirtschaftsplan für 2017 so beschlossen. Für die Bürger bliebt es bei 2,65 Euro pro Kubikmeter Abwasser plus 60 Euro Jahres-Grundgebühr. Der Kubikmeter Trinkwasser im Schweriner Umland kostet 1,47 Euro, hinzu kommt die Jahres-Grundgebühr von knapp 32 Euro. Fest steht aber, dass es im kommenden Jahr eine Erhöhung geben wird, die möglichst moderat ausfallen soll. „Wir können jetzt an die konkreten Berechnungen gehen“, betont Zweckverbands-Betriebsleiter Kay Cieslak.

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