Generalisten mit Spezialwissen

Agentur-Chef über Trends der Branche

von
23. Januar 2009, 08:40 Uhr

Wilm Herlyn, Chefredakteur der Nachrichtenagentur dpa, diskutierte auf dem Kongress über neue Formen der Politikberichterstattung. Nadine Schuldt sprach mit ihm.

Worin besteht aus Ihrer Sicht die neue Form der Politikberichterstattung?
Die neue Form ist für mich die Interaktion. Das bedeutet, dass derjenige, der etwas wissen will, auch einen direkten Ansprechpartner bzw. ein Forum findet, in dem er tiefgründiger diskutieren kann.

Werden Themen auf kommunaler Ebene nicht stark genug ins Zentrum gerückt?
Die Berichterstattung über kommunalpolitische Themen wird bereits sehr gut abgedeckt. Die Frage ist, ob die Journalisten, die die Zeitung machen, noch intensiver selektieren. Ob sie viele Dinge, die nur Zeit kosten, weglassen, weil sie durch die Verbindung zum Onlineauftritt eine bessere Nähe zum Leser haben und besser erspüren, was er wirklich von mir lesen will. Die Form des Anbietens wird sehr viel zielgruppengerechter sein müssen.

Sollte sich jeder Lokalredakteur in jedem Thema auskennen?
Ich bin sehr dafür, dass jeder jedes kann und jeder Spezialist ist. Für mich ist der Journalist ein Generalist, der drei oder vier Spezialgebiete hat, wo ihm keiner etwas vormachen kann. Diese Entwicklung muss man vor wirtschaftlichen Zwängen sehen: Die Lokalredaktionen werden eher kleiner als größer.

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