Dümmer : Gemeinsam ans Erntewerk

Mit Augenmaß und den richtigen Handgriffen bindet Katrin Powitz die Erntekrone. Dieter Porath hält das glockenförmige Gestell.  Fotos: Sarah Langemeyer
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Mit Augenmaß und den richtigen Handgriffen bindet Katrin Powitz die Erntekrone. Dieter Porath hält das glockenförmige Gestell. Fotos: Sarah Langemeyer

Geselligkeit in Parum bei Roswitha Powitz: Für den Festumzug der Gemeinde Dümmer bastelten fleißige Einwohner an der Krone

svz.de von
18. September 2017, 16:00 Uhr

Parum Viele Köche verderben den Brei heißt es im Volksmund. Doch in Parum ist das anders. Dort verderben viele Leute  nichts, sondern lassen etwas Kunstvolles mit Tradition entstehen: eine Erntekrone. Am Freitagabend, kurz vor den Feierlichkeiten zum  Erntefest der Gemeinde Dümmer am vergangenen Wochenende, lautete das Motto: „Viele Hände, schnelles Ende“.

Hafer und Weizen zu Bündeln zusammenstellen. Anreichen und das Gestell der Krone festhalten, damit das Getreide auch anständig festgebunden werden kann. Zwischendurch ein lockerer Spruch und gemeinsames Lachen. In der Garage von Roswitha Powitz in Parum ist ordentlich was los. Rund 20 Einwohner sind gekommen, um beim Erntekronebinden zu helfen. „Ich mache schon seit mehr als 20 Jahren mit. Es ist gesellig, und man tauscht sich aus“, erklärt Heike Porath, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Dieter dabei ist. Während Heike Porath Bündel formt, hält Ehemann Dieter das Gestell der Erntekrone fest. Für Katrin Powitz eine gute Unterstützung, denn sie bindet das Getreide an die vier Streben der glockenförmigen Krone. Auf der anderen Seite geht ihr Onkel, Werner Powitz, mit dem Wickeldraht zu Werke. Zwischendurch gibt er Tipps, damit die Bündel auch dicht und fest befestigt werden. Traditionell sind es Weizen, Roggen, Hafer und Gerste, die jeweils an einer der vier Streben verarbeitet werden. Die vier Streben symbolisieren Freude, Hoffnung, Dank und Sorge. In Parum ist es ein bunt gemischtes Werk, das deswegen  nicht weniger kunstvoll aussieht.

Während die Würstchen bereits im Kochtopf auf der elektrischen Herdplatte sieden, die Krone immer mehr Form annimmt, schaut zu späterer Stunde auch Erika Powitz vorbei. Die 87-Jährige sammelt jedes Jahr das Getreide für  die Krone zusammen. „Früher sind wir mit Pferd und Wagen losgezogen“, erinnert sie sich. Bei gutem Wetter ist die Seniorin heutzutage mit ihrem Fahrrad unterwegs oder wird mit dem  Auto gefahren. Mit Erlaubnis der Bauern  sammelt sie von Juli an die Ähren zusammen.

In der Parumer Garage treffen so Generationen aufeinander. Der Osnabrücker Sebastian Brüwer und der Parumer Max Simann, 24 und 22 Jahre, kennen sich durch die Partnerschaft ihrer Feuerwehren. Mit Spaß und guter Laune helfen auch sie, genau wie Chris Jünemann,  beim Binden. So symbolisierte das traditionelle Werk beim Festumzug  durch die Gemeinde Dümmer nicht nur die Ernte, sondern  auch eine gelungene Gemeinschaftsaktion.

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